Wie sieht es mit den Sprachkenntnissen und mit der Rechtschreibung bei Schülern aus?

Oft wird ja die Rechtschreibkompetenz von deutschen Schülerinnen und Schülern bemängelt. Auch Ausbildungsbetriebe sowie Hochschulen reden schon seit Jahren darüber, dass junge Leute immer häufiger Fehler beim Schreiben machen. Die Frage ist nur, woran das liegen könnte und wie Kinder in der Schule die Rechtschreibung am besten lernen würden?

Einer Umfrage zufolge, sollen zum Beispiel Bewerberinnen und Bewerber für den Polizeidienst nicht an den zu hohen sportlichen Anforderungen gescheitert sein, sondern vor allem an der mangelnden Rechtschreibkompetenz. Bei denen, die deshalb durchgefallen sind, hätten es sich um ca. ein Drittel Abiturientinnen und Abiturienten gehandelt. Es gab auch die Vergleichstests für Schüler der 4. und 9. Klasse. Auch hier wurden Defizite in der Rechtschreibung deutlich. So soll beispielsweise im Jahr 2015 ein relativ hoher Prozentsatz aller Neuntklässler in Deutschland den von der Kultusministerkonferenz festgelegten Mindeststandard im Kompetenzbereich Orthografie verfehlt haben. Und um die 20 Prozent der Viertklässler sollen unter dem Mindeststandard in der Rechtschreibung gelegen haben.

Man sagt, dass es dabei allerdings große Länderunterschiede gibt. So hätten beispielsweise in Bayern die getesteten Schülerinnen und Schüler deutlich besser abgeschnitten, als es dagegen in Bremen der Fall war, die erheblich schlechter abschnitten. Für die Grundschulen ist das Ergebnis sogar noch schlechter ausgefallen und die Unterschiede zwischen den Bundesländern waren auch hier groß. Bayern schnitt wieder am besten ab und das Schlusslicht war auch wieder Bremen. Aber ebenso Berlin, Niedersachsen sowie Hamburg gehörten zu den Bundesländern, die deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt lagen.

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Das Thema Rechtschreibung

Ein vorgestellter Sammelband – zur Lage der deutschen Sprache in den Schulen – zeigt ein recht facettenreiches Bild, was die Rechtschreibung bei den Schülerinnen und Schülern betrifft. Es ist davon die Rede, dass Grundschüler mit Gymnasialempfehlung heute einen größeren Wortschatz und flexiblere Ausdrucksmöglichkeiten hätten, aber gleichzeitig sei die Sicherheit in der Rechtschreibung eher rückläufig. Teilweise würden viele Schüler auch einfache Fachwörter, wie beispielsweise Rahmenbedingungen, nicht kennen.

Man hat dazu noch festgestellt, dass die Fehlerquote für die Groß- und Kleinschreibung bei Grundschülern deutlich angestiegen ist. Ein sehr häufiger Fehler sei auch die falsche Verwendung von „das” oder „dass”. Es wäre das am häufigsten falsch geschriebene Wort, nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, sondern auch bei den Erwachsenen.

Haben früher die Kinder die Rechtschreibung besser beherrscht?

Oft sagt man, dass Kinder früher bessere Ergebnisse in der Rechtschreibung erzielten, was auch tatsächlich so richtig wäre. Es gab zwar für die Bereiche Wortschatz sowie Textgestaltung beachtliche Verbesserungen im Laufe der letzten 40 Jahre, aber gleichzeitig zeigten sich in den neueren Texten fast doppelt so viele Rechtschreibfehler.

Mögliche Ursachen für mangelnde Kenntnisse in der Rechtschreibung

Einige Stichworte, die in diesem Zusammenhang oft genannt werden:

Kurznachrichten

Kinder würden heute vor allem über Kurznachrichten, z.B. über WhatsApp, kommunizieren, wobei die Grammatik, Zeichensetzung und Rechtschreibung keine große Rolle spielen. Wörter werden sogar durch Emojis ersetzt.

Rechtschreibereform

Die Rechtschreibreform wird von vielen auch für die nachlassenden Rechtschreibkenntnisse und die geringe Lesekompetenz verantwortlich gemacht. Auch würden Kinder/Jugendliche heute zu wenig lesen. Zeitvertreib wird in vielen Fällen häufiger mit Gaming bestritten, als z.B. mit Dingen wie mit dem guten alten Kreuzworträtsel. Aber über das Lesen würde auch die Rechtschreibfähigkeit erlernt werden. Die Rechtschreibreform hätte zu widersprüchlichen Regeln geführt und Schüler/innen hätten eher mehr Probleme bekommen, als dass es einfacher geworden ist.

Schreiben nach Gehör – wie sind die Rahmenbedingungen?

Die Methode „Schreiben nach Gehör“ oder auch „Lesen durch Schreiben“ wird am häufigsten als Ursache genannt. Die zunächst erlaubte, falsche, nur dem Hören nach geschriebene Schreibweise ließe sich nur recht schwer im Nachhinein korrigieren.

Veröffentlicht am 17. Februar 2021, 18:30
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