Blaulichtfamilie im Dialog mit Innenminister Strobl: Ehrenamt im Bevölkerungsschutz stärken
Auf Einladung der Landtagsabgeordneten Christiane Staab (CDU) traf sich Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl am Dienstagabend beim Deutschen Roten Kreuz in Leimen mit Vertretern von DRK, DLRG, Malteser, THW und Feuerwehr zu einem offenen Austausch über die Situation im Bevölkerungsschutz vor Ort. Begrüßt wurden die Gäste vom Vorsitzenden des DRK Leimen, Matthias Frick.
Belastung der Ehrenamtlichen wächst
Schnell wurde klar: Die Anforderungen an die freiwilligen Einsatzkräfte steigen stetig. Bürokratische Vorgaben, Dokumentationspflichten und umfangreiche Ausbildungsanforderungen machen die Vereinbarkeit mit Beruf und Familie zunehmend schwierig. Besonders die Feuerwehren berichteten von einem enormen zeitlichen Aufwand: „Heute wird erwartet, dass gearbeitet wird, als würden wir nichts anderes tun“, schilderte ein Kommandant.
Finanzierung und Digitalisierung als zentrale Themen
Darüber hinaus sieht die Blaulichtfamilie Handlungsbedarf bei der Finanzierung. Fördermittel werden oft spät ausgezahlt, Kosten für Technik, Gebäude und Ausbildung steigen, und Vereine müssen teilweise in Vorleistung gehen. Ein zentraler Wunsch der Organisationen: Vereinfachte Prozesse und digitale Lösungen, um die Ehrenamtlichen zu entlasten.
Strobl würdigt Einsatz und Engagement
Innenminister Strobl dankte den Einsatzkräften für ihr Engagement und unterstrich die Bedeutung des Ehrenamts für die Sicherheit im Land: „Baden-Württemberg verfügt über ein leistungsfähiges System im Bevölkerungsschutz, das wesentlich vom freiwilligen Einsatz getragen wird.“ Zugleich verwies Strobl auf Investitionen des Landes in Personal, Ausstattung und Infrastruktur sowie den Ausbau des Katastrophenschutzes.
Direkter Austausch vor Ort besonders wertvoll
Christiane Staab, selbst ehrenamtlich in der Feuerwehr aktiv, betonte die Bedeutung des direkten Dialogs: „Wer erlebt, mit welchem Einsatz die Ehrenamtlichen Tag für Tag Verantwortung übernehmen, weiß, wie wichtig verlässliche Unterstützung und gute Rahmenbedingungen sind.“ Ziel sei es, die Arbeit der Hilfsorganisationen nachhaltig zu stärken.
Digitalisierung als Entlastung für Führungskräfte
Michael Würth, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Malsch, hob insbesondere den Bedarf an digitalen Lösungen hervor. Geplant ist ein zentrales Portal für Ausbildung, Dokumentation und Verwaltung, das zunächst als Pilotprojekt in mehreren Kommunen starten soll. Das erste Gespräch mit SAP ist in zwei Wochen terminiert.
Der Austausch zeigte eindrucksvoll, wie wichtig direkte Kommunikation zwischen Politik und Einsatzkräften ist, um die Strukturen im Bevölkerungsschutz zukunftsfähig und effizient zu gestalten.
Foto: Matthias Busse
Auf dem Gruppenfoto: Matthias Frick (4.v.r.), links daneben Innenminister Thomas Strobl und die Landtagsabgeordnete Christiane Staab.


































