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Restaurierungsfortschritte im Rathauskeller Mühlbach

23. Juli 2026 | Eppingen, Leitartikel

Mühlbach

Restaurierungsarbeiten im Rathauskeller Mühlbach schreiten voran

Ehemaliges Gefängnis wird zur neuen Begegnungsstätte

Die Sanierungs- und Umbauarbeiten im denkmalgeschützten Kellerbereich der Verwaltungsstelle Mühlbach machen sichtbare Fortschritte. Seit dem Baubeginn im September 2025 hat das ehrenamtliche Projektteam zahlreiche vorbereitende Arbeiten umgesetzt, sodass inzwischen weitere Fachfirmen ihre Arbeiten aufnehmen konnten. Unter dem Leitgedanken „Ein ehemaliges Gefängnis wird Begegnungsstätte“ entsteht ein neuer öffentlicher Treffpunkt für die Bürgerschaft und ein Veranstaltungsort, der die Ortsmitte langfristig stärken soll.

Die Restaurierung des historischen Kellergewölbes stellt die Verantwortlichen vor besondere Herausforderungen. Der Umgang mit der denkmalgeschützten Bausubstanz erfordert eine sorgfältige Planung, präzise handwerkliche Ausführung und eine enge Abstimmung aller Beteiligten. Nach intensiver Prüfung konnte inzwischen die denkmalrechtliche Genehmigung für zwei neue Wanddurchbrüche erteilt werden. Diese schaffen künftig Verbindungen zwischen den drei Räumen und ermöglichen eine bessere Wegeführung sowie einen barrierefreien Zugang zum Sanitärbereich.

Bei allen Arbeiten stehen der Erhalt und die behutsame Weiterentwicklung der historischen Substanz im Mittelpunkt. Viele Arbeitsschritte erfolgen in traditioneller Handarbeit und verlangen besonderes Fachwissen im Umgang mit alten Baumaterialien. Die wichtigsten baulichen Vorarbeiten sind inzwischen abgeschlossen, aktuell laufen die Ausbauarbeiten weiter. Als nächster größerer Abschnitt beginnen die Elektroinstallationen. Parallel dazu werden die Bodenarbeiten fortgeführt.

Aufgrund der besonderen bauphysikalischen Anforderungen des historischen Sandsteinmauerwerks und der von außen einwirkenden Feuchtigkeit wurde ein diffusionsoffener Bodenaufbau gewählt. Bereits vorbereitete Bereiche konnten mit Backsteinen im historischen Fischgrätverband gestaltet werden. Die weiteren Bodenflächen werden nun Schritt für Schritt ergänzt.

Auch die historischen Sandsteingewände der neu geschaffenen Durchgänge werden derzeit restauriert. Erhaltene Sandsteine werden, soweit möglich, gesichert, fachgerecht verfestigt und ergänzt. Beschädigte Bereiche im Fußbereich werden durch passgenaue Natursteinergänzungen ersetzt, um die historische Bausubstanz dauerhaft zu bewahren.

In den kommenden Bauabschnitten stehen der Einbau eines mineralischen Estrichs sowie der weitere Ausbau des Sanitärbereichs mit Fliesenarbeiten und Installationen an. Den Abschluss der Innenausbauarbeiten bilden die Montage einer Theke und der Einbau der Küche im künftigen Hauptraum. Dieser soll später als zentraler Aufenthalts- und Veranstaltungsbereich genutzt werden.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekterfolgs ist das große ehrenamtliche Engagement vor Ort. Unter der Leitung von Ortsvorsteher Jörg Fundis begleitet ein rund 20-köpfiges Projektteam die Maßnahme mit viel persönlichem Einsatz. Die Unterstützung aus der Bürgerschaft trägt wesentlich dazu bei, die Sanierung wirtschaftlich umzusetzen und gleichzeitig die Verbundenheit mit dem Projekt zu stärken.

Nach Abschluss der Arbeiten stehen drei restaurierte Räumlichkeiten für öffentliche Veranstaltungen, Vereinsarbeit und gemeinschaftliche Aktivitäten zur Verfügung. Damit entsteht ein neuer Mittelpunkt für Begegnung und Austausch und ein wichtiger Baustein für die zukünftige Entwicklung des Stadtteils Mühlbach.

Das Projekt „Ein ehemaliges Gefängnis wird Begegnungsstätte“ wird mit Mitteln der Europäischen Union unterstützt. Die Förderung beträgt abhängig von den tatsächlichen Baukosten maximal 70.308 Euro. Die Maßnahme ist Teil der Unterstützung nachhaltiger Entwicklung im ländlichen Raum im Rahmen der LEADER-Regionen und leistet einen Beitrag zum Ziel einer dynamischen ländlichen Entwicklung.

Foto: Stadt Eppingen

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