Gedenken an die Deportation nach Gurs: Bruchsal erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus
Vor 86 Jahren wurden mehr als 80 jüdische Menschen aus Bruchsal in das südfranzösische Internierungslager Gurs deportiert. Oberbürgermeister Sven Weigt und die Friedensinitiative Bruchsal gedachten der Opfer mit einer Kranzniederlegung.
Am 22. Oktober 1940 ließ das NS-Regime die bereits entrechtete und gedemütigte jüdische Bevölkerung Badens und der Pfalz in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich deportieren. Die Aktion war die erste große Massenvertreibung von Jüdinnen und Juden aus dem Deutschen Reich. Der organisatorische Ablauf diente später als Vorbild für weitere Deportationen. Auch mehr als 80 Menschen aus Bruchsal verloren damals ihre Heimat. Für viele von ihnen endete der Leidensweg schließlich in den Vernichtungslagern im Osten.
Zum Gedenken an die Ereignisse vor 86 Jahren legten Oberbürgermeister Sven Weigt und Dr. Rüdiger Czolk, Vorsitzender der Friedensinitiative Bruchsal, einen Gedenkkranz am Standort der ehemaligen Bruchsaler Synagoge in der Friedrichstraße nieder. Die Friedensinitiative erinnert seit Jahrzehnten mit Veranstaltungen und Stadtführungen an die Verbrechen des Nationalsozialismus.
Bei der Gedenkveranstaltung erinnerte Weigt an den Appell des Auschwitz-Überlebenden Roman Kent: „Du sollst nicht gleichgültig sein!“ In jeder Generation müsse aufs Neue gegen das Vergessen und Verdrängen gearbeitet werden, betonte der Oberbürgermeister.
„Unser eigener Umgang mit den dunklen Teilen der deutschen Geschichte ist eines der stabilen Fundamente unserer Demokratie“, sagte Weigt.
Die Gedenkveranstaltung unterstrich damit die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur und die Verantwortung, die historischen Verbrechen des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Foto: Oberbürgermeister Sven Weigt und Dr. Rüdiger Czolk vor dem Standort der ehemaligen Bruchsaler Synagoge Ⓒ Stadt Bruchsal PRGK (Stadt Bruchsal)




























