Kredit ohne Bank – Crowdlending

Der Begriff Crowdlending stammt aus dem Englischen und setzt sich zusammen aus crowd für Menschenmenge und lending für leihen, also von vielen Menschen leihen.

Den Kredit ohne Bank konnte sich lange Zeit niemand vorstellen. Wer keine reichen Verwandten oder Freunde hat, kam ohne Bank nicht an Geld. Seit einigen Jahren gibt es das sogenannte Crowdlending. Damit können Privatpersonen sich Geld von Privatanlegern leihen. Auf speziellen Internetplattformen finden Privatanleger und Kreditsuchende zusammen.

Was ist die Grundidee beim Crowd-Lending?

Kreditgeber finden mit Crowdlending eine alternative Anlagemöglichkeit, vor allem angesichts der derzeit extrem niedrigen Zinsen auf dem Kapitalmarkt.

Die Grundidee besteht darin, dass sich per Crowdlending auch Menschen um einen Kredit bemühen können, die bei einer Bank keine Chance hätten. Gründe dafür gibt es viele, beispielsweise bestehende Schulden oder negative Einträge bei der Schufa.

Die Geldpolitik der EZB soll laut ARD-Börse so weitergehen. Daher suchen Anleger nach alternativen Geldanlagemöglichkeiten, die vergleichsweise hohe Zinsen versprechen. Kreditnehmer sollten, laut Bankenundpartner.de, nicht auf die Angebote Kredithaien hereinfallen. Damit ist ein Kredit von privaten Geldgebern eine Win-win-Situation. Anleger bekommen mehr Zinsen als für eine Geldanlage am Kapitalmarkt und die Kreditnehmer erhalten ihren Kredit zu vernünftigen Bedingungen.

Das Verfahren ist automatisiert, von Anfang an

Anleger können mit sehr kleinen Beträgen in den Kredit einsteigen und Zinsen kassieren.

Über Crowd-Lending-Plattformen, die die Schnittstelle zwischen Geldgeber und Kreditnehmer darstellen, kommen die Parteien zusammen. Dabei, so die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), kann ein Intermediär eingeschaltet sein, der zwischen den einzelnen Parteien vermittelt. Die Plattformen prüfen die Kreditanträge sehr genau. Allerdings machen das keine Kundenberater, sondern Algorithmen, Risikomodelle sowie Datenbanken. Das System ordnet den Kreditnehmer einer bestimmten Risikoklasse zu und errechnet daraus den Zinssatz, den der Kreditnehmer für seinen Kredit bezahlen soll. Anschließend erscheint das Angebot auf der Plattform. Dort können die Kreditempfänger ihren Kreditbedarf sowie das zu finanzierende Projekt oder ihre persönliche Situation vorstellen und Anleger für sich begeistern. Sie tragen dabei das Risiko des Totalverlusts. Haben sich genügend Kapitalgeber gefunden, erfolgen Bewilligung und Auszahlung des Kredits.

Kreditmarktplätze verfügen nicht über eine Lizenz

Da die Kreditplattformen keine Lizenz für die Vergabe von Krediten haben, schalten sie für die Abwicklung der Kreditauszahlung und -rückführung eine Bank ein. Diese ist allerdings lediglich Treuhänder. Zunächst zahlt sie den Kredit aus, wenn in einem bestimmten Zeitraum genügend Investoren gefunden wurden, die den Kreditbetrag gemeinsam aufbringen. Ist dies nicht der Fall, kommt der Kreditvertrag nicht zustande. Es gibt keine Teilauszahlungen. Der Kreditnehmer zahlt ganz normal in monatlichen Raten zurück. Die Bank überweist die Anteile an die Investoren. Gerät der Kreditnehmer in Zahlungsverzug und zahlt seine Rate nicht pünktlich, hat das die gleichen Folgen wie bei einem Bankdarlehen: Das Geldinstitut startet das Mahnverfahren und es kann weitergeführt werden bis zur Gehaltspfändung. Allerdings trägt nicht die Bank das Totalausfallrisiko, sondern die Anleger.

Kredite von privat als Alternative

Die Prozesse in Crowdlending-Portalen sind automatisiert, sie treten nur online auf. Das bedeutet, dass die Kosten deutlich niedriger sind als bei einer Bank. Allerdings verlangen die Plattformen eine Vermittlungsgebühr von den Kreditnehmern. Die Zinsen können höher liegen als bei einem Bankkredit, je nachdem wie das Risikoprofil des Kreditnehmers aussieht.

Crowdlending hat jedoch auch Vorteile. So ist die Kreditvergabe wesentlich schneller und unbürokratischer als bei einer Bank. Außerdem ist es über eine solche Plattform möglich, unglaubliche Kräfte zu mobilisieren. Der Fußballverein Hertha BSC hat innerhalb von 9 Minuten und 23 Sekunden eine Million Euro über die „Crowd“ eingesammelt – vor allem von den eigenen Fans. Geplant war, das Geld in 60 Tagen zu sammeln, so der Kicker auf seiner Internetseite.

Wer sind die Kreditnehmer?

Crowdlending ist für den Kreditnehmer in der Regel teurer als bei einer Bank. Das legt die Vermutung nahe, dass vor allem Personen mit einer geringen Zahlungsfähigkeit dort versuchen, einen Kredit zu bekommen. Die höheren Zinsen machen sich in Form von höherer Rendite beim Kapitalgeber bemerkbar. Allerdings sind die höheren Zinszahlungen auch mit einem höheren Verlustrisiko verbunden. Investoren sollten sich sowohl die Plattformen als auch die Kreditnehmer und deren Projekte sehr genau anschauen, um für sich selbst das Verlustrisiko zu minimieren. Denn hohe Zinsen nutzen nichts, wenn das Geld am Ende weg ist

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Veröffentlicht am 1. August 2018, 14:09
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