Nachwuchs im Zoo Heidelberg: Jungtier stärkt Schutz bedrohter Affenart – Weißscheitelmangaben
Erfreulicher Nachwuchs im Zoo Heidelberg: Mitte September wurde bei den Weißscheitelmangaben ein weibliches Jungtier geboren. Die erfahrene Mutter kümmert sich bereits zum dritten Mal um ihren Nachwuchs. Die Geburt ist nicht nur für den Zoo ein Grund zur Freude, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz. Weißscheitelmangaben zählen zu den seltensten und am stärksten bedrohten Affenarten Westafrikas.
„Da es bereits ihr drittes Junges ist, meistert die Mutter die Aufzucht sehr souverän. Der Nachwuchs entwickelt sich bislang altersgerecht und macht einen rundum gesunden Eindruck“, berichtet Kuratorin Sandra Reichler.
Noch verbringt das junge Weibchen die meiste Zeit dicht bei seiner Mutter. Besucher können die beiden bereits auf der Anlage beobachten. In den kommenden Monaten wird das Jungtier zunehmend selbstständiger werden und beginnen, seine Umgebung eigenständig zu erkunden.
Bedrohter Lebensraum in Westafrika
Die Geburt hat auch über Heidelberg hinaus Bedeutung. Weißscheitelmangaben gehören zu den am stärksten bedrohten Primaten Afrikas. Ihr Verbreitungsgebiet liegt vor allem in den Regenwäldern Ghanas und der Elfenbeinküste und reicht vereinzelt bis nach Burkina Faso. Dort bedrohen insbesondere die Zerstörung ihres Lebensraums und die Jagd den Bestand. In vielen Regionen sind die Populationen in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen.
Zoo Heidelberg engagiert sich seit mehr als 20 Jahren
Der Zoo Heidelberg setzt sich seit über zwei Jahrzehnten für den Schutz der seltenen Affenart ein. Auf Initiative des Zoos wurde Anfang 2001 die Artenschutzorganisation WAPCA (West African Primate Conservation Action) gegründet. Unter Heidelberger Führung haben sich zahlreiche europäische Zoos und Naturschutzorganisationen zusammengeschlossen, um Weißscheitelmangaben, Roloway-Meerkatzen und deren Lebensräume zu schützen.
Die Arbeit von WAPCA umfasst verschiedene Maßnahmen: Dazu gehören Tierzählungen, wissenschaftliche Forschung, die Ausbildung von Wildhütern und die Einrichtung neuer Schutzgebiete. Darüber hinaus informiert die Organisation die lokale Bevölkerung über Schutzmaßnahmen und betreibt eine Auffang- und Zuchtstation für beschlagnahmte Affen.
Ziel ist es, die westafrikanischen Regenwälder langfristig zu erhalten und bedrohten Primaten eine Zukunft zu ermöglichen. Aktuell arbeitet WAPCA an Forschungsprojekten, die die Grundlage für mögliche Wiederansiedlungen von Weißscheitelmangaben schaffen sollen.
Jungtier als Beitrag zum Artenschutz
Der Zoo Heidelberg hält Weißscheitelmangaben seit 2019 und beteiligt sich am Erhaltungszuchtprogramm für die bedrohte Tierart. Die Geburt des weiblichen Jungtiers ist ein weiterer Schritt zum Erhalt der Population.
„Jedes Jungtier trägt dazu bei, eine genetisch vielfältige Reservepopulation zu erhalten und ist ein Erfolg für den Artenschutz“, erklärt Kuratorin Sandra Reichler.
Foto: Der Nachwuchs ist das dritte Jungtier der Mutter. (Foto: Petra Medan / Zoo Heidelberg)




























