Traumberuf Zootierpfleger
Der Alltag eines Zootierpflegers im Zoo Heidelberg ist abwechslungsreich, anspruchsvoll und eng an das Wohl der Tiere gekoppelt. Manuel Stumpf, stellvertretender Revierleiter im Raubtierrevier, gibt Einblicke in seine tägliche Arbeit zwischen Tigern, Bären und Robben.
Der Arbeitstag beginnt um 7:30 Uhr mit einer gründlichen Tierkontrolle: Jedes Tier wird genau beobachtet – frisst es normal, bewegt es sich wie gewohnt, gibt es Verletzungen oder Veränderungen? Danach erfolgt die Absprache mit den Kuratoren. Bei Stumpf läuft alles ruhig, keine Auffälligkeiten bei Löwen, Tigern oder anderen Revierbewohnern.
Im Anschluss steht die Reinigung der Gehege und Anlagen auf dem Plan. Besonders in Stumpfs Revier, das über viele Glasscheiben verfügt, gehört auch das Putzen der Scheiben zu den regelmäßigen Aufgaben. Danach folgt die Fütterung der Tiere, wobei die Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere bewusst abwechslungsreich gestaltet werden: Futter wird in Bällen, Felsspalten oder Kisten versteckt, Bodengrund und Einrichtung werden regelmäßig verändert, um neue Reize zu schaffen. Besonders die Syrischen Braunbären genießen diese Beschäftigungen, etwa beim Honigschlecken aus Futtertonnen.
Ein weiterer Schwerpunkt von Stumpfs Arbeit ist das medizinische Training der Mähnenrobben, das ausschließlich auf positiver Verstärkung basiert. Dies ermöglicht stressfreie Untersuchungen durch die Zoo-Tierärztin und stärkt die Bindung zwischen Pfleger und Tier. Besucher des Zoo Heidelberg können dieses kommentierte Training und die Fütterung der Robben täglich (außer freitags) um 11 Uhr und 15:45 Uhr miterleben.
Stumpf beschreibt seinen Beruf als Traumberuf: Schon als Kind wollte er mit Tieren arbeiten, die Ausbildung absolvierte er 2011 in Worms, und seit 2013 ist er im Zoo Heidelberg tätig. Sein Alltag verbindet Leidenschaft für Tiere, handwerkliche Tätigkeiten und pädagogische Aspekte – alles mit dem Ziel, den Tieren ein artgerechtes und abwechslungsreiches Leben zu ermöglichen.