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Umweltschutz: Der wachsende Trend der Umweltzonen in umliegenden Städten 

22. September 2023 | Informationen

Städtischer Umweltschutz via Umweltzonen: Perspektiven, Fortschritte & neue Konzepte

Ganz nach dem Motto: Die Natur braucht keinen Menschen, aber der Mensch braucht die Natur vollzieht sich ein geistiger Wandel in den Gesellschaften der Industrienationen. Der bereits seit 1994 im deutschen Grundgesetz verankerte Umweltschutz ist dafür das beste Beispiel. Dieser umfasst alle Maßnahmen, die dazu beitragen, dass die natürliche Umwelt erhalten bleibt. In diesem Zusammenhang spielt die Boden-, Luft- und Wasserqualität eine ebenso große Rolle, wie der Schutz jedes einzelnen Lebewesens. 

Die Natur per Gesetz zu schützen, ist das oberste Ziel des Umweltschutzes. Hinter diesem ökologischen Grundgedanken steckt die Pflicht und Verantwortung, die jeder Einzelne gegenüber den Folgegenerationen trägt. Die Erde sollte demzufolge lebenswert bleiben, was die Relevanz der Umweltzonen, zum Beispiel im Kontext der Kraichgau-Region, einen gesundheitlich wertvollen Aspekt verleiht. Es steht somit nicht nur die Gesundheit der Natur im Fokus, sondern speziell unsere eigene selbst. Dieser Artikel möchte dazu beitragen, herauszukristallisieren, wie wichtig es ist, die Etablierung von Umweltzonen voranzutreiben. Dazu werden sowohl Hauptziele, Konzepte sowie bereits erfolgreich begutachtete Maßnahmen erläutert. 

Das Konzept von Umweltzonen im städtischen Miteinander

Laut Umweltbundesamt ist eine Umweltzone (engl. low emission zone) eine europaweit in den einzelnen Kommunen durchgeführte Maßnahme zur Reduzierung verkehrsbedingter Luftbelastungen. Es werden sogenannte Luftqualitätsgrenzwerte erhoben, welche laut verabschiedetem Gemeinschafts- und Landesrecht eingehalten werden müssen. Das Hauptziel dieser gesetzlichen Regulation ist die Gesundheitserhaltung des Menschen und seiner Umwelt. Dies sollte umso gravierender aufgefasst werden, wenn man bedenkt, dass schmutzige Luft statistisch mehr Todesopfer fordert als schädliches Rauchen.

In Zahlen ausgedrückt sterbenweltweit jährlich rund 100 von 100.000 Menschen aufgrund akuter Atemwegsbelastung durch eine hohe Luftverschmutzung. In Europa liegt der Durchschnitt bei 133 Personen pro 100.000 Einwohner. Umso wichtiger ist es, dagegen etwas zu tun. Hier tritt die Bedeutung von Umweltzonen in den Hauptfokus kommunaler Dienststellen, die somit eine bessere Luftqualität innerhalb der Städte und Kommunen erreichen möchten. Dieses Bestreben folgt dem «Verursacherprinzip», das heißt, Verantwortung für seine eigenen Taten zu übernehmen. 

Umweltzonen in Heidelberg, eine Erfolgsgeschichte seit 2017

Laut dem Regierungspräsidium Karlsruhe wurde die Heidelberger Umweltzone am 01. März 2023 aufgehoben. Deren wichtigste Maßnahme war die Etablierung eines sogenannten «Luftreinhalteplanes». Dieser sah vor, in hochfrequentierten Stadtteilen, wie zum Beispiel der Altstadt, Bergheim oder Rohrbach, Verkehrsbeschränkungen einzuführen. Maßgeblichen Anteil daran hatte ein Fahrverbot aller Fahrzeuge ohne grüne Plakette – Schadstoffgruppe 4. Ausnahmen galten nur für Hauptverkehrsadern.

Stand heute hat sich die ehemals hohe Luftbelastung von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, also einer Überschreitung des EU-weiten Grenzwertes, stark erholt. Heute, mit Messungen an verschiedenen Spotmesspunkten durchgeführt, liegt der Jahresmittel innerhalb der Stadt mit 21 Mikrogramm pro Kubikmeter weit unter der des EU-Grenzwertes.

Karlsruhes Engagement für grüne Mobilität

Das bereits im Vorfeld erwähnte Regierungspräsidium Karlsruhe hat sich ebenfalls innerhalb der Stadt Karlsruhe für die Etablierung einer «umweltbewussten Fächerstadt» entschieden. Deren Kerninhalt besteht darin, Umweltschutz auf mehreren Ebenen zu verteilen. In der Ökologie wird dies «Kooperationsprinzip» genannt. Dabei werden Beeinträchtigungen der Umwelt entweder präventiv vorgebeugt, Naturressourcen wiederhergestellt oder Reparationen geleistet.

Neben der Förderung umweltfreundlicher Verkehrsmittel, wie dem elektrisch betriebenen öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Ausbau von Fahrradwegen, gehört dazu der Artenschutz. Die Gründung von Baumpatenschaften sowie die zur Verfügungstellung von kostenfreiem Leitungswasser ist ebenfalls relevant. Besonders bedeutend ist zudem die Förderung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten in Sachen Umwelt am hiesigen Karlsruher Institut für Technologie, kurz KIT. Die Umwelt wird hier somit als Ganzes betrachtet und eine Verbesserung wird auf Basis der Luft-, Wasser- und Bodengüte vorgenommen. Die grüne Mobilität hat in Karlsruhe Vorrang.

Mannheims Fortschritte in Richtung Nachhaltigkeit 

In puncto Nachhaltigkeit möchte sich die Stadt Mannheim ebenfalls umweltfreundlich präsentieren. Der Ausbau von Nachhaltigkeitsmaßnahmen innerhalb der Stadt wird hier stark durch Forschung und Entwicklung vorangetrieben. So steht für die „Nachhaltige Universität Mannheim“ ebenfalls die Mobilität im Fokus. Mit einem ganzheitlichen Konzept zum Reise- und Pendelverhalten innerhalb der Stadt, möchte die Verwaltung derzeit neue Wege gehen. Die seit 01.03.2008 aktive Umweltzone Mannheim besitzt ebenfalls Gültigkeit. Fahrverbote gelten hier für alle Kraftstoffarten und Fahrzeuge unter Euronorm 4.

Die Zukunft fährt Grün: die Ausdehnung von Umweltzonen & weitere Maßnahmen

Laut dem Bundesumweltamt bürdet der Straßenverkehr der Umwelt, Gesundheit und Infrastruktur innerhalb der Städte zu viel Schäden auf. Die Etablierung einer Umweltzone sowie deren Erweiterung dient in erster Linie somit dem eigenen Gesundheitsschutz. Die Einhaltung europaweit geltender Luftqualitätsgrenzwerte ist somit eine Maßnahme mit prägendem Charakter.

Insbesondere die Reduzierung von Stickstoffdioxid sowie Feinstaub in der Luft sind städteweit voranzutreiben. Mit dem Klimaschutzziel Klimaneutralität bis 2035 ist auch die Landes- und Bundespolitik in die Bringschuld gegangen. Hier wird neben der Etablierung einer Kreislaufwirtschaft ebenfalls die Reduktion von Treibhausgasemissionen stark diskutiert.

Im Mittelpunkt steht die Energieeffizienz sowie der CO2-Fußabdruck von privaten, gewerblichen und industriellen Strukturen und Betriebsprozessen, die umweltfreundlich zu optimieren sind. Der Trend geht somit in Richtung erneuerbarer Energie. Des Weiteren wird die Etablierung einer Maut pro Kilometer als umweltfreundlich und verursachergerecht gewertet. Damit wird die Beteiligung an hohen Kosten aufgrund von Umwelt-, Straßen- oder Gesundheitsschäden laut dem Bundesumweltamt ideal verteilt.

Vorteile der Einführung einer Umweltzone für die Kraichgau-Region

Mit einem Regionalplan für mehr Transparenz und Bürgernähe möchte auch der Kraichgau seit 2021 mehr für die Natur und Lebensqualität tun. Mit einer Petition an die Stadtverwaltung forderten die Bürger/-innen mehr Mitspracherecht und mehr Maßnahmen in puncto Umweltschutz. Dabei geht es ebenfalls um Baumaßnahmen, welche den Lebensraum einiger Arten stark bedrohen.

Wie sich bereits anhand etablierter Umweltzonen zeigte, wird damit eine positive Immissionsentwicklung erreicht. Damit wird die Boden-, Luft- und Wasserqualität erheblich verbessert, sodass die eigene Umwelt direkt vor der Haustür keine potenzielle Gesundheitsgefahr mehr darstellt. BürgerInnen sollten sich deswegen weiterhin aktiv am Umweltschutz beteiligen.

Schlussfolgerung

Wie die Einführung von Umweltzonen in zahlreichen Städten des Landes zeigte, wird hiermit die Luftqualität erheblich verbessert. In Zahlen ausgedrückt sprechen wir hier über eine Reduzierung von Schadstoffgrenzwerten unter die Hälfte des in der EU verlangten Grenzwertes von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Bestes Beispiel dafür sind Städte wie Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim.

Unter diesen Voraussetzungen reduziert sich ebenfalls die Gefahr an einer Atemwegserkrankung zu erkranken drastisch. Dies gilt ebenfalls für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die mit einer Schädigung der Atemwege in Verbindung stehen. Unter der regen Beteiligung umweltaktiver BürgerInnen kann nicht nur ein Mehrwert für die eigene Zukunft, sondern ebenfalls das der Nachfolgegenerationen gewährleistet werden. Umweltschutz beginnt somit direkt vor der Haustür und fordert jeden dazu auf, sich rege daran zu beteiligen.

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