Steinkauz-Bestand in der Region wächst weiter
Gute Nachrichten für den Steinkauz: Sechs junge Vögel sind in der Region vom Zoo Heidelberg und dem BUND Dossenheim ausgewildert worden. Die Aktion ist Teil des gemeinsamen Artenschutzprojekts „Gemeinsam für den Steinkauz“, das seit 2020 den Bestand der kleinen Eulen in der Region stärkt.
Die vier im Zoo Heidelberg geschlüpften Jungtiere sowie zwei Käuze aus dem Alpenzoo Innsbruck wurden an fünf Standorten in Leimen, Reilingen und Heidelberg freigelassen. Zum Einsatz kam das sogenannte Soft-Release-Verfahren. Dabei verbrachten die Vögel zunächst drei Tage in kleinen Volieren direkt an den vorgesehenen Nisthilfen. Dort wurden sie versorgt, bevor die Volieren geöffnet wurden. Auf diese Weise sollen die Tiere ihre neue Umgebung und die Nisthilfe bereits vor der eigentlichen Freilassung kennenlernen.
Die beiden Käuze aus Innsbruck sollen zudem zur genetischen Vielfalt der regionalen Population beitragen. „Mit dem Alpenzoo Innsbruck konnten wir einen hervorragenden Partner für unsere Steinkauz-Auswilderungsmaßnahmen finden“, erklärt Joshua Förg, Kurator im Zoo Heidelberg.
Wie erfolgreich die Methode sein kann, zeigt ein Standort, an dem 2024 erstmals ein Steinkauz per Soft-Release ausgewildert wurde. Im folgenden Jahr wurde dort ein Weibchen beobachtet. 2026 kam es schließlich zur erfolgreichen Brut mit sieben Jungvögeln.
Auch die Gesamtbilanz des Projekts fällt für 2026 besonders positiv aus. Im Gebiet zwischen Hemsbach-Laudenbach und Reilingen wurden 90 Jungvögel dokumentiert. Die Zahl der Brutpaare stieg innerhalb eines Jahres von 17 auf 22. Zusätzlich wurde ein weiteres Revierpaar erfasst. Inzwischen sind Steinkauz-Brutpaare auf zehn Gemarkungen nachgewiesen, darunter Heidelberg, Weinheim und Ladenburg.
Damit setzt sich der positive Bestandstrend fort. Als das Projekt 2020 startete, war in der gesamten Region lediglich ein bekanntes Brutpaar dokumentiert. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich die Population wieder deutlich erholt hat. Zoo Heidelberg und BUND Dossenheim wollen die Schutzmaßnahmen deshalb fortsetzen und weitere geeignete Lebensräume für den Steinkauz erschließen.
Foto: Bevor die Steinkäuze ausgewildert werden, werden sie beringt. (Foto: BUND Dossenheim)




























