Zoo Heidelberg freut sich über Nachwuchs bei seltenen Vietnamfasanen
Im Zoo Heidelberg gibt es derzeit besonderen Grund zur Freude: Acht junge Vietnamfasanen sind in den vergangenen Tagen geschlüpft. Die kleinen Vögel können bereits von Besucherinnen und Besuchern in der Voliere beobachtet werden. Gleichzeitig engagiert sich der Zoo weiterhin intensiv für den internationalen Artenschutz der stark bedrohten Tierart.
Die jungen Fasane erkunden neugierig ihre Umgebung und halten sich dabei stets in der Nähe der erwachsenen Tiere auf. Noch tragen die Küken ein unauffälliges braunes Federkleid. Erst später entwickeln die männlichen Tiere ihre charakteristische tiefblaue Färbung, für die Vietnamfasane bekannt sind.
Die Nachzucht ist für den Zoo Heidelberg von großer Bedeutung, denn Vietnamfasanen zählen zu den seltensten Hühnervögeln weltweit. Die International Union for Conservation of Nature führt die Art als „akut vom Aussterben bedroht“. Da seit mehr als 25 Jahren keine gesicherten Nachweise aus freier Wildbahn existieren, gelten die Tiere inzwischen sogar als wahrscheinlich in der Natur ausgestorben. Verantwortlich dafür sind vor allem die Zerstörung ihres Lebensraums, Jagd sowie die Folgen des Vietnamkriegs. Besonders der Einsatz von Entlaubungsmitteln wie Agent Orange führte damals zur massiven Schädigung großer Waldgebiete.
Um die seltene Vogelart langfristig zu erhalten, arbeiten Zoos und Züchter weltweit eng zusammen. Im Rahmen des Artenschutzprojekts „Bring Back Blue“ wurden kürzlich 20 Vietnamfasane aus europäischen Zoos nach Vietnam gebracht. Dort sollen zunächst stabile Zuchtgruppen aufgebaut werden, bevor später eine mögliche Auswilderung in geeigneten Schutzgebieten erfolgen kann. Koordiniert wird das Europäische Erhaltungszuchtprogramm vom Prague Zoo.
Besonders erfreulich für den Zoo Heidelberg: Einer der nach Vietnam transportierten Fasane wurde 2022 in Heidelberg geboren. Vogelkurator Joshua Förg sieht darin einen wichtigen Erfolg für den internationalen Artenschutz. Die Rückkehr der Tiere in ihre ursprüngliche Heimat sei nur möglich, weil Zoos und private Züchter über viele Jahre hinweg gemeinsam an der Erhaltung der Art gearbeitet hätten.
Foto: In der Natur sind Vietnamfasane höchstwahrscheinlich ausgestorben. (Foto: Heidrun Knigge / Zoo Heidelberg)


























