Eine besondere Freundschaft über Generationen hinweg – Sulzberger- und Woll-Familien in Bruchsal
In Bruchsal ist am 21. April 2026 ein besonderes Stück Stadtgeschichte lebendig geworden: Die Familien Sulzberger und Woll trafen sich dort, um eine jahrzehntelange Freundschaft ihrer Vorfahren zu würdigen und ein symbolträchtiges Erinnerungsstück zu übergeben.
Die Geschichte beginnt in den 1920er-Jahren, als die Jungen Franz Woll und Otto Sulzberger – einer jüdischen, der andere christlichen Glaubens – gemeinsam einen Weltatlas betrachten. Trotz der politischen Umbrüche der Zeit bleibt ihre Verbindung bestehen. 1936 flieht Otto Sulzberger vor dem NS-Regime in die USA und nimmt den Atlas als einziges persönliches Erinnerungsstück mit.
1967 kehrt er für einen Besuch nach Bruchsal zurück, wo die Freundschaft mit Franz Woll wieder auflebt. Jahrzehnte später treffen sich nun die Nachkommen beider Familien erneut in der Stadt.
Im Rahmen eines feierlichen Besuchs übergaben Edward Sulzberger und Jürgen Woll gemeinsam mit ihren Familien den historischen Atlas an die Stadt. In einer Widmung wird er als Symbol einer Freundschaft beschrieben, die selbst die Zeit des Unversöhnlichen überdauerte.
Begleitet wurde der Besuch durch ein vielfältiges Programm: Führungen durch das Schloss und das Museum, ein Besuch des jüdischen Friedhofs sowie ein Empfang im Rathaus durch Oberbürgermeister Sven Weigt. Auch frühere Wegbegleiter und Vertreter der Stadt waren anwesend.
Der Atlas wird künftig im Städtischen Museum aufbewahrt und bleibt damit als historisches und menschliches Symbol Teil der Stadtgeschichte von Bruchsal.
Foto: PRIK


























