16. Kraichtaler Kolloquium widmet sich der mittelalterlichen Geschichte der Region
Vom 24. bis 26. April 2026 findet in Kraichtal-Unteröwisheim das 16. Kraichtaler Kolloquium statt. Die wissenschaftliche Tagung steht unter dem Titel „Zwischen Speyer, Worms und Wimpfen. Der Kraichgau im Mittelalter“ und widmet sich den historischen Entwicklungen der Region im Mittelalter. Organisiert wird die Veranstaltung von der Stadt Kraichtal, die damit eine seit 1996 bestehende Tagungsreihe fortsetzt.
Im Mittelpunkt stehen die historischen Verbindungen des Kraichgaus zu den bedeutenden Bischofssitzen in Speyer und Worms sowie zur ehemaligen Reichsstadt Bad Wimpfen. Von Speyer und Worms aus wurde im frühen Mittelalter die kirchliche Erschließung der Landschaft zwischen Schwarzwald und Odenwald vorangetrieben. Daraus entwickelte sich eine Pfarreiorganisation, die in Teilen bis in die Neuzeit Bestand hatte. Die Bischöfe waren dabei nicht nur geistliche Oberhäupter, sondern teilweise auch weltliche Herrscher in der Region.
Auch Wimpfen spielte für die Entwicklung des Kraichgaus eine wichtige Rolle. In der ehemaligen Römerstadt entstand früh eine geistliche Gemeinschaft, die im Auftrag der Wormser Bischöfe die kirchliche Organisation rechts des Neckars ausbaute. Im 10. Jahrhundert entwickelte sich daraus ein bedeutendes Kollegiatstift. Seit dem 12. Jahrhundert nutzten zudem die Staufer die strategisch günstige Lage und errichteten auf dem Berg über dem Neckar eine Königspfalz, von der aus sie ihre Besitzungen verwalten ließen.
Die mittelalterlichen Herrschaftsverhältnisse im Kraichgau waren darüber hinaus durch zahlreiche Grafen- und Adelsgeschlechter geprägt. Nach dem Ende der Staufer gelangten Teile des Reichsguts in die Hände ehemaliger Reichsministerialen, die sich zwischen Neckar, Bergstraße und Heuchelberg als weitgehend autonome Ritterschaft etablierten. Seit dem 16. Jahrhundert organisierten sie sich schließlich als freie Reichsritterschaft und prägten damit nachhaltig die politische Struktur der Region.
Die Tagung bringt renommierte Historikerinnen und Historiker aus verschiedenen deutschen Universitäten zusammen, unter anderem aus Kiel, Leipzig, Würzburg, Darmstadt, Freiburg im Breisgau und München. Neben Fachwissenschaftlern richtet sich das Kolloquium auch an historisch interessierte Bürgerinnen und Bürger. Die Ergebnisse der Tagungen erscheinen regelmäßig in der wissenschaftlichen Reihe „Kraichtaler Kolloquien“.
Im Rahmen der diesjährigen Veranstaltung wird zudem der neue Band der Reihe vorgestellt. Das Buch mit dem Titel „Kleine Städte. Gemeinden der Vormoderne zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ erscheint 2026 im Thorbecke Verlag und wird am Abend des 24. April präsentiert. Interessierte können sich bis zum 7. April bei der Stadtverwaltung Kraichtal zur Teilnahme anmelden. Unterstützt wird die Tagung unter anderem von regionalen Vereinen, der Sparkasse Kraichgau sowie dem Weingut des Grafen Neipperg in Schwaigern.
Grafik: Stadt Kraichtal


























