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Mistelschnitt nützt den Streuobstwiesen

9. Dezember 2025 | Allgemeines, Leitartikel

Streuobstwiesen

Die Mistel ist vor allem als wintergrüne, weihnachtliche Dekoration beliebt und derzeit auf Märkten erhältlich. Entgegen weit verbreiteter Meinung steht die Pflanze nicht unter Naturschutz, lediglich für das gewerbliche Sammeln ist eine Genehmigung erforderlich. Wer die Mistel selbst schneiden möchte, benötigt lediglich das Einverständnis des Baumbesitzers sowie eine Gartenschere oder Säge – und tut damit sogar etwas Gutes. Denn für Streuobstbestände wird die Mistel zunehmend zum Problem. In den letzten Jahren hat sie sich vor allem auf Apfelbäumen so stark ausgebreitet, dass viele davon auch im Winter grün erscheinen.

Hauptgrund für die Ausbreitung ist die nachlassende Pflege vieler Obstbäume. Viele Besitzer ziehen es vor, Äpfel zu kaufen, statt ihre Bäume zu bewirtschaften – sei es aus Altersgründen, Zeitmangel oder fehlendem Fachwissen. Auch der Klimawandel trägt zur rasanten Vermehrung bei: Heiße und trockene Sommer schwächen die Bäume zusätzlich, während die Mistel ihnen Wasser und Mineralstoffe entzieht. Als Halbschmarotzer produziert die Mistel zwar selbst Energie durch Photosynthese, entzieht dem Wirtsbaum aber lebenswichtige Ressourcen. Je stärker der Befall, desto geringer sind die Abwehrkräfte des Baumes, und das Gewicht der Misteln kann große Äste abbrechen lassen.

Der Verlust einzelner Apfelbäume ist zwar bedauerlich, bedroht jedoch nicht unmittelbar die Streuobstwiesen. Wird der Bestand ganzer Wiesen durch Mistelbefall gefährdet, hat das gravierende Folgen für die Natur, denn Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Außerdem enthalten alte Obstsorten wertvolles genetisches Material und kulturelles Erbe. Vögel tragen mit dem Verzehr der Mistelbeeren und der Verbreitung der klebrigen Samen zur Ausbreitung bei, weshalb die Entfernung der Pflanze besonders wichtig ist.

Am effektivsten lässt sich die Mistel im Winter entfernen. Dabei müssen die Saugwurzeln 30 bis 50 Zentimeter ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden, was der Baum nur in den äußeren Kronenteilen gut verkraftet. Tiefer in der Krone kann der grüne Teil durch Ausbrechen oder Abschneiden entfernt werden, beispielsweise bei Frost. Zwar treibt die Mistel wieder aus, aber die vorübergehende Entfernung entlastet den Baum und hemmt die Vermehrung. So kann man die Mistel guten Gewissens für weihnachtliche Dekoration nutzen und gleichzeitig die Streuobstwiesen schützen.

Foto: Landschaftserhaltungsverband Rhein-Neckar e. V. (LEV)

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