Bleiben Sie informiert  /  Freitag, 30. Oktober 2026

Informationen von Hier

Termine, Adressen, Vereine,
Lokalpolitik, Berichte und
Wirtschaftsinformationen

Direkt zur Redaktion

redaktion@kraichgau-lokal.de

Aktuelle Nachrichten und Berichte aus dem Kraichgau

14 Waldrappe vom Zoo Heidelberg zur Auswilderung nach Spanien gebracht

29. Oktober 2026 | Leitartikel, Photo Gallery, Zoo Heidelberg

Waldrapp

4.700 Kilometer für den Artenschutz: 14 Waldrappe aus dem Zoo Heidelberg nach Spanien gebracht

Junge Waldrappe aus Heidelberg sollen künftig in Andalusien ausgewildert werden. Dafür haben Kurator Joshua Förg und Tierpflege-Auszubildender Aaron Haueis insgesamt 14 Vögel zum Zoo Jerez de la Frontera in Südspanien gebracht. Die Tiere sollen im Rahmen des Artenschutzprojekts „Proyecto Eremita“ auf ein Leben in freier Wildbahn vorbereitet werden. Ziel ist der Aufbau einer dauerhaft ansässigen Waldrapp-Population in Andalusien.

Mehr als 4.700 Kilometer legten Joshua Förg und Aaron Haueis zurück, um die Vögel sicher an ihren Bestimmungsort zu bringen. Zehn Waldrappe stammen aus dem Zoo Heidelberg, vier weitere aus dem Zoo Straubing. Alle Tiere sind Nachzuchten aus dem Jahr 2026.

Nach ihrer Ankunft bezogen die Vögel zunächst eine Quarantänevoliere im Zoo Jerez de la Frontera. Bereits wenige Tage später konnten sie in eine größere Auswilderungsvoliere umziehen. Dort sollen sie sich über mehrere Monate an ihre neue Umgebung gewöhnen. Im Februar 2027 ist geplant, die Anlage für die Auswilderung zu öffnen.

„Die Fahrt war kräftezehrend, aber jeder Kilometer hat sich gelohnt“, berichtet Joshua Förg. Vor Ort habe das Team verschiedene Projektstandorte besuchen und sogar freilebende Waldrappe beobachten können. Besonders eindrucksvoll sei es gewesen, die Vögel am Abend zu ihren Schlafplätzen einfliegen zu sehen.

Proyecto Eremita soll Waldrappe in Andalusien ansiedeln

Das Proyecto Eremita ist ein gemeinsames Artenschutzprojekt der andalusischen Regionalregierung und des Zoos Jerez de la Frontera. Es verfolgt das Ziel, den Waldrapp wieder in Andalusien anzusiedeln. Die Region bietet nach Einschätzung der Projektverantwortlichen gute Voraussetzungen für eine ganzjährig dort lebende Population.

Der Waldrapp zählt zu den stark bedrohten Vogelarten. In Europa war die Art zwischenzeitlich sogar ausgestorben. Lediglich kleine Kolonien in Marokko und der Türkei überlebten. Seit einigen Jahren tragen Wiederansiedlungsprojekte dazu bei, neue wildlebende Bestände aufzubauen und langfristig zu sichern.

Unterschiedliche Wege für den Schutz der Waldrappen

Während in Andalusien eine standorttreue Population entstehen soll, verfolgen Artenschutzprojekte in Mitteleuropa einen anderen Ansatz. Beispielsweise werden am Bodensee bei Überlingen Waldrappe darauf vorbereitet, zwischen ihren Brut- und Überwinterungsgebieten zu ziehen.

Bekannt wurde diese Methode unter anderem durch den Einsatz von Leichtflugzeugen des Waldrappteams. Dabei zeigen Menschen den Vögeln ihre Zugroute. Das Waldrappteam engagiert sich gemeinsam mit Partnern im EU-LIFE-Projekt für den Schutz und die Wiederansiedlung der Art in Europa.

Beide Ansätze folgen dem sogenannten One Plan Approach. Dabei werden Artenschutzmaßnahmen für Tiere in Zoos und in freier Wildbahn gemeinsam geplant und aufeinander abgestimmt. So sollen die verschiedenen Projekte ihre Kräfte bündeln, um den langfristigen Erhalt der Art zu unterstützen.

Zoo Heidelberg beteiligt sich am europäischen Zuchtprogramm

Der Zoo Heidelberg engagiert sich mit seiner Waldrapp-Zucht im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das vom Alpenzoo Innsbruck koordiniert wird. Auf Empfehlung des Programms konnte der Zoo seine Nachzuchten für das Proyecto Eremita zur Verfügung stellen.

Darüber hinaus unterstützt der Zoo Heidelberg das Waldrappteam im Rahmen des EU-LIFE-Projekts finanziell über den Artenschutzeuro.

Joshua Förg betont die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Dass unsere Nachzuchten einen Beitrag zum Aufbau einer wild lebenden Waldrapp-Population leisten können, ist ein toller Erfolg für den Artenschutz.“

Sein Dank gelte dem Zoo Straubing, dem Alpenzoo Innsbruck, dem Zoo Jerez de la Frontera und allen weiteren Projektpartnern. Auch den Besucherinnen und Besuchern des Zoo Heidelberg dankte er für ihre Unterstützung durch den Artenschutzeuro.

Die Reise nach Andalusien zeigt, wie Zoos durch koordinierte Zuchtprogramme, internationale Zusammenarbeit und die gezielte Unterstützung von Artenschutzprojekten zum langfristigen Erhalt bedrohter Tierarten beitragen können.

Foto: Der Waldrapp ist eine stark gefährdete Vogelart, die lange vom Aussterben bedroht war. (Foto: Zoo Heidelberg)

Das könnte Sie auch interessieren…

Neuer Bewegungsraum für alle Generationen

Neuer Bewegungsraum für alle Generationen: TSV Baden Östringen erweitert sein Sportangebot Mehr Platz für Sport, Bewegung und Begegnung: Der TSV Baden Östringen hat seine Vereinshalle am Waldbuckel modernisiert und einen multifunktionalen Gymnastik- und Bewegungsraum...

St.Martins-Umzug in Bruchsal am 11. November

St. Martins-Umzug in Bruchsal: Mit Pferd, Musik und Laternen durch die Innenstadt Am 11. November zieht St. Martin wieder durch Bruchsal. Der traditionelle Umzug startet um 17 Uhr auf dem Marktplatz. Neben musikalischer Begleitung und einem vielfältigen...

„Blickreich Gochsheim“ eingeweiht

„Blickreich Gochsheim“ eröffnet: Neuer Aussichtspunkt lädt zum Verweilen ein Auf dem ehemaligen Hochbehälter ist ein attraktiver Rastplatz mit Panoramablick über den Kraichgau entstanden – LEADER Kraichgau fördert das Projekt mit 80 Prozent Auch wenn sich der...

Hier könnte Ihr Link stehen

Werbung

Bewegt durchs Leben - Volksbank Kraichgau Stiftung

Hier könnte Ihr Link stehen

Themen

Archiv

Archiv

Kraichgau – Veranstaltungen / Gewerbe

goldankauf wiesloch bei heidelberg
goldankauf kraichgau