Theaterkiste Sinsheim – Première „Josef & Maria“- anspruchsvolles Stück …

Theaterkiste Sinsheim – Première „Josef & Maria“- anspruchsvolles Stück …
    Dialog – ein Pendant zur bekannten Weihnachtsgeschichte 

(hjj) „Wo gehört man denn hin, wenn man zu Niemand gehört?“ – eine These, die zum Überlegen anregt!
Zur Handlung selbst eine erklärende Einführung:
Weihnachten im Kaufhaus 1991: Nach Ladenschluss begegnen sie einander – Josef & Maria. Die Namensvetter des biblischen Paares beugen sich nicht über die Krippe mit dem Jesuskind, sonder suchen eine vorübergehende Herberge im leeren Konsumtempel, um ihrer Einsamkeit zu entgehen.
Ein paar optische Eindrücke aus der Vorstellung …


Zwei Übriggebliebene, die die keine Gemeinsamkeiten haben, außer der Arbeit am „Heiligen Abend“! Zum einen der alleinstehende Josef Pribil, Axel Bedbur, Aushilfe bei eine Wach & Schließgesellschaft und die verwitwete Maria Patzak, Uschi Barth, Reinemachefrau, die gelegentlich dieser Arbeit nachgeht. Zögernd kommen die Beiden ins Gespräch, wobei Maria von ihren gescheiterten Träumen und bewahrten Hoffnungen sinniert. Sie beharrt kontinuierlich auf der Meinung von ihrer Familie erwartet zu werden, bis sie ihre wahren Emotionen zeigt und zu weinen beginnt, dabei die Geschichte zurecht rückt. 
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Josef, ein Freidenker, lehnt diese Traditionen kategorisch ab. Beide prägt eine Kindheit, wie man sich diese nicht unbedingt wünscht. Sie haben sich scheinbar mit diesem Status des Lebens arrangiert. Der ehemalige Statist, Theaterluft geschnuppert, schließlich als Schweißer bei Siemens gearbeitet. Die gesundheitlichen Probleme von Feinstaub und Tuberkulose überstanden, war er Verfechter der sozialistisch kommunistischen Idee, einzig Verbliebener dieser Philosophie und vermeintlich an vorderster Front. Maria hingegen, ehemalige Varietétänzerin, hängt ihrem Engagement in Tirana nach. Jahrelang Angestellte einer kleinen Radiofirma, hat ihre künstlerische Vergangenheit verschwiegen erinnert sich in dieser Stunde an die Schönheit, die Liebe zum Tanz, spürt so unerfüllte Sehnsüchte.
Zur fortgeschrittenen Stunde werden die beiden traurigen „Christkinder“ übermütig …

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Der Stall zu Bethlehem findet so in einem leeren Kaufhaus eine neue Lokalität. Zwei Ausgestoßene machen miteinander Bekanntschaft, identifizieren sich aber in ihre jeweiligen Einsamkeit. Die Realität wird zunächst ignoriert und jeder behauptet, so sei es eben tatsächlich! Hier wird deutlich wie sich die „Alten“ abgeschoben fühlen, besonders an solchen „Familienfesten“!


Final nutzen die beiden die Gunst der Stunde, gemeinsam die Einsamkeit zu überwinden. Finden mit etwas Alkohol schließlich Zuneigung zueinander, eine gewisse Gemeinsamkeit beschert sogar ein „Happy-end“. Auch im Herbst des Lebens kann man Leidenschaft und Zuneigung erfahren …
Hervorragende, schauspielerische Leistung, beider Akteure, bei der auch Uschi Barth Regie führte.
Unser Fazit: Kein leichter Stoff, kritische Betrachtung unserer heutigen Gesellschaft! So meinte auch ein erlesenes, internationales Publikum, mit dem wir uns im Anschluss unterhalten konnten. Anspruchsvoll und zu Nachdenken anregend – empfehlenswert!

Text & Mediale Beiträge: Hans Joachim Janik

Veröffentlicht am 12. November 2019, 16:58
Kurz URL: https://kraichgau-lokal.de/?p=293893 

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