Konzert der Musikschulen – Horrenberg-Dielheim und St. Nicolas de Port

Gemeinsames Konzert der Musikschulen – Horrenberg-Dielheim und St. Nicolas de Port

Konzert der Musikschulen

(hjj) Ein wahrhaft „internationales“ Ereignis am vergangenen Samstag in der Kulturhalle Dielheim mit jungen Künstlern aus Frankreich und Deutschland. ich hatte das Vergnügen dabei zu sein … 

Zunächst einführende Zeilen vom Komponisten und Organisator des Events, Hansjörg Widmer, Leiter der „deutschen“ Musikschule Horrenberg-Dielheim.

> „Images en musique – Klangbilder“ 

Konzert am 5.11.2016 in Dielheim

Mit dem Konzert „Images en musique – Klangbilder“ fand am letzten Wochenende für 50 Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte der Musikschule Horrenberg-Dielheim und ihrer Partnerschule in Saint-Nicolas-De-Port in Frankreich in der Kuturhalle in Dielheim ein großes Abenteuer seinen würdigen Abschluss.

Im Telegrammstil:

2 Jahre Vorbereitungszeit für Koordination und Absprachen zwischen Schulen, Kommunen, Partnerschaftsorganisationen und Technik

1 Jahr musikalische Vorbereitung, Komposition und Arrangement,  5 Monate parallele musikalische Proben in zwei Ländern,

2 Tage Fahrt der Dielheimer Besetzung nach Saint Nicolas de Port mit Übernachtung in den Familien der dortigen Kolleginnen und Kollegen am Wochenende um den 29.10.2016

3 Stunden(!!) erste, letzte und einzige gemeinsame Probe vor dem ersten gemeinsamen Konzert … und dann:

Die Premiere:

Pure Freude am gemeinsamen Musizieren – statt Lampenfieber die Frage  „wann kommen wir endlich dran“ oder „können wir nicht noch das Flötentrio dazu nehmen? Bitte!!“

Das Konzert am 5.11. in Dielheim stand der Premiere in Frankreich in nichts nach, der musikalische Ablauf der Konzerte war in beiden Ländern der gleiche:

Das Orchester des „Ensemble Musicale de Saint-Nicolas-De-Port“ (EMSN) eröffnete unter der Leitung von Schulleiter André Guiot das Konzert mit drei Stücken für Bläser, Gitarre und Bass, zwei zeitgenössische Stücke neben einem Choral von Joseph Haydn.

Die Besetzung und die Stücke waren eigens für dieses Projekt zusammengestellt worden.

Dass die Orchesterarbeit fester Bestandteil des Konzeptes der Musikschule EMSN ist, kam in dem ausgewogenen, weichen und sicheren Klang, mit dem die Stücke präsentiert wurden, deutlich zum Ausdruck.

Ein kleiner Ohrenschmaus und ein festlicher Auftakt für ein Konzert!

Da der Schwerpunkt der musikalischen Arbeit an der Musikschule Horrenberg-Dielheim auf Einzelunterricht und kleinen Ensembles liegt, waren im nächsten Teil des Programmes von  dieser Seite ganz andere Töne zu hören:

klassische Duos und Trios mit Violinen, Querflöten, zum Teil mit Klavierbegleitung wurden – ganz überraschend – abgelöst von einem popmusikalischen Trio aus Gitarre/Gesang, Klavier, Baritonsaxophon und Cajon oder einem kleinen Ausflug in den Bereich „Singer/Songwriter: ein Soloauftritt mit Gesang und Gitarre.

Abgeschlossen wurde der zweite Programmteil von einer Percussion-, Bodypercussion- und Cajongruppe, die unter Leitung von Angela Frontera auftrat – mit Beiträgen, die zum Teil spontan auf der Fahrt nach Frankreich im Bus oder während der Wartezeiten im Umkleideraum geprobt worden waren. 

Ursprünglich geplant war die Percussionsgruppe mit 3 Musikern; schliesslich standen 10 Kinder gemeinsam mit Angela Frontera auf der Bühne, kurzerhand unter den Flötistinnen und dem Publikum rekrutiert. 

An dieser Stelle muss deshalb unbedingt auch die Technik erwähnt werden: der französische Tontechniker Eric Sauvage der – „so ganz nebenbei“ – auch noch das Licht und die Videoanimation bediente und die akustisch nicht einfache Kulturhalle mit ausgezeichnetem Sound verzauberte. 

Er liess sich von den Kapriolen und Sonderwünschen der Dielheimer („Eric, da ist noch ein Trio, die haben erst gestern geprobt und müssen unbedingt auch noch ins Programm…“) weder aus der Ruhe bringen noch zum Wahnsinn treiben.

Professionell und überlegen stellte er kurz mal hier und da ein Mikro um, liess jeden zu seinem Recht kommen und behielt immer alles im Griff. 

„Avec les écoles de musique, c’est normal!“ meint er grinsend – bei Musikschulen ist das immer so….

Nach einer kurzen Umbaupause begann schliesslich der titelgebende Teil des Programmes:

„Images en musique – Klangbilder“ – das sind sieben musikalische Miniaturen um Szenen aus dem „Kleinen Prinzen“ des französischen Schriftstellers Antoine de Saint Exupéry. 

Landgasthof zum Löwen in Dielheim

Zu jedem Musikstück gehören eine kurze Lesung aus dem Roman und jeweils die Projektion einer dazu passenden Kinderzeichnung auf der Leinwand hinter dem Orchester. Da ist zum Beispiel die Unterhaltung des kleinen Prinzen mit dem Fuchs, der bedauernd feststellt  „…die Menschen haben keine Freunde, mehr, weil man Freunde nicht kaufen kann“. Analog zur Unterhaltung der Beiden gibt es auch im Stück „Der Fuchs“/ „L’entretien“ zwei Melodiebögen, die sich – abwechselnd dargestellt von Streichern und Flöten und umrahmt von leicht jazzigen Akkorden in Orchesterbegleitung und Epiano – umeinander herum bewegen, mal abwechselnd, mal sich ins Wort fallend.

Die Musik hat Hansjörg Widmer, der Leiter der Musikschule Horrenberg-Dielheim, geschrieben. Beim Arrangement wurde er tatkräftig unterstützt von seiner Kollegin Olga Levinson.

Komposition und Arrangement orientierten sich immer an den Gegebenheiten und Möglichkeiten des voraussichtlichen Orchesters:

viele Blechbläser aus SNDP, einige Streicher aus Dielheim, dazu Marimba, Glockenspiel, Percussion, Cajon, Gitarre, E-bass, Kontrabass und Tasteninstrumente aus beiden Ländern.

Das ist nicht gerade eine „klassische Besetzung“ – aber es ist eine Chance für einen ungewöhnlichen, frischen Klang in einer neuen Musik. Die musikalische Machbarkeit hatte zwar immer Vorrang vor der Umsetzung musikalischer Ideen; dass das keine Einschränkung bedeuten muss, wurde beim „Finale“ deutlich:

Nach der Eröffnung des Stückes durch die Percussiongruppe „dopste“ hier ein veritabler Salsabass zu Gitarrenklängen, Streicher- und Blechakkorden und einer rhythmisch recht vertrackten Melodie in einem fast 8-minütigen ausgelassenen, schwungvollen, fröhlichen und mitreissendem Stück, das stilistisch schlecht einzuordnen war aber – Spaß machte – sowohl den 45 Musikerinnen und Musikern als auch dem Publikum, das auf einem „Da Capo“ bestand. Und es auch erhielt.

Das Konzept, die Schülerinnen und Schüler zum Musizieren zu begeistern durch die Freude am gemeinsamen Tun“, an der gut gelaunten musikalischen Zusammenarbeit in einer Gruppe von  Gleichgesinnten, durch das Kennenlernen von und das Kommunizieren mit Jugendlichen aus einem anderen Land, mit anderer Sprache und ein wenig anderen Sitten, durch die Möglichkeit, das alles auch noch mit eigene Beiträge zu bereichern – dieses Konzept ging voll und ganz auf:

Die Kinder und Jugendlichen arbeiteten konzentriert und ohne jede Scheu auf der Bühne, nach den Aufführungen waren sie ausgelassen, fröhlich, überdreht und albern  – und so soll es sein.

Der lange Abschied im Nieselregen vor den Türen des französischen Omnibusses, der schon ungeduldig vor sich hin brummelte, zeigte  am Sonntag deutlich: Das war der Beginn einer gemeinsamen Zusammenarbeit, Alle wollen wiederkommen, Alle wollen weiter zusammenarbeiten und dafür werden sie – notfalls – 🙂 sogar etwas mehr üben als sonst.

Und mehr können sich die Musikschulen und die Veranstalter in den Partnerschaftsarbeitskreisen beider Länder eigentlich nicht wünschen.  „Fortsetzung folgt!“ <

Der finanzielle Aufwand ist natürlich auch enorm, der ohne Sponsoring nicht möglich wäre, so will ich an dieser Stelle nur zwei  erwähnen – Die Volksbank in Dielheim und die Gemeinde, die Kosten für die Fahrt nach St. Nicolas de Port zum Konzert übernommen hat. Dank auch an den „Chef d’organisation“ Patrick Dorner

Freuen wir uns über diese Art der Völkerverständigung und danken für das Engagement der Organisatoren und nicht zu letzt die der „Künstler“!

Einleitende Worte und Programm : Hansjörg Widmer

Text und Fotos: Hans-Joachim Janik

 

Veröffentlicht am 10. November 2016, 06:54
Kurz URL: https://kraichgau-lokal.de/?p=195986 

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