Dielheimer Senioren- und Frauenfastnacht immer wieder schön…

Dielheimer Senioren- und Frauenfastnacht – eine Gemeinschaftsveranstaltung von – für – mit Senioren der Gesamtgemeinde

Eine grandiose Stimmung herrschte am vergangen Donnerstag in der  Dielheimer Kulturhalle. Ein fast dreistündiges Programm entzückte die Besucher, die in närrischem Outfit erschienen waren, bei toller Fastnachtsstimmung. Zu dieser guten Stimmung trug auch das Tanzduo Duo „Die Capris“ bei. Ein musikalischer Glücksgriff die Verpflichtung der beiden Musiker Reiner Dell und Klaus Wegener aus Walldürn- Rippberg.
Schnell war der Narrenruf „Howe helau“ geübt und mit einer Schunkelrunde das Eis gebrochen, noch bevor die „Obernärrin“ Ingrid Körner, ihres Zeichens 1. Vorsitzende des rührigen Frauenkreises, die vielen Senioren aus der Gesamtgemeinde begrüßen durfte.  Auch Bürgermeister Thomas Glasbrenner hatte diesen Nachmittag „terminfrei“ gehalten und erschien im Faschingsoutfit als stattlicher und geblümter Frühlingsbote zusammen mit Ehefrau Yvonne. Die Seniorenbeauftragte und Ehrenbürgerin Melitta Grün zeigte sich auch „närrisch“ im Saal,  zusammen mit ihrem Gatten Karl.

Schlag auf Schlag  ging es auf der Bühne los. Vom Rande der Rhein-ebene waren die Tanzgarden gekommen . Zum einen die Mädels vom   Kerrlocher „Jam Studio“ mit Trainerin Gabriele Scheuer. Die 4 bis 9-jährigen Teens zauberten einen Tanz auf die Bühne zur Musik vom „Tanz der Papageien“ aus dem Film Rio. Eine erste Rakete und Zugabe waren fällig. In gleichem Maße tanzte sich auch die Minigarde vom GV Frohsinn Rot in die Herzen des Narrenvolkes. Nicht mehr unbekannt inzwischen in Dielheim, der Roter Nachwuchs mit  den Trainerinnen Mia und Svenja Thome. Beste Unterhaltung war auch garantiert beim närrischen Kaffeeklatsch der beiden Seniorinnen Anna (Maria Kaiser) und Berta (Doris Spieler). Gerade vom Zahnarzt gekommen berichtete Berta von einer neuen Errungenschaft in der Zahnmedizin „ Das Euro Generationen Normgebiss“. Eine Sparvariante im Zeichen der steigenden Krankenkassenausgaben, meinte ihr Arzt.  Praktisch eine Familiengebiss und für jedes Familienmitglied geeignet. Es muß nach dem Kauen nur weitergegeben werden, wußte Berta zu berichten. Auch geeignet zum Abnehmen, stellte sie fest. Weil man immer wieder warten muß bis der Tischnachbar  fertig ist,  ißt man gezwungenermassen einfach weniger. Igitt, igitt  dachte auch Anna und beendete das Zwiegespräch unter dem Beifall des Narrenvolkes.

Noch ein weiters Mal stand Maria Kaiser in der Bütt, diesmal als „Mariele vom Unterhof“. Sie berichtete von ihrer ersten Reise nach Heidelberg in jungen Jahren. „Geb mir auf die Männer acht“ wurde ihr zu Hause gesagt, damit sie dir nicht nachlaufen. Selbst dem Schalterbeamten wollte sie beim Fahrkartenkauf ihr Reiseziel nicht sagen, vor lauer Angst er gehe ihr hinterher. Dafür hatte sie im Zug einen anderen Begleiter. Eine zweiflüglige Bremse machte sich auf ihrer Nase seßhaft. Grad wollte sie das Tier entfernen, las sie auf einem Zugschild überm Sitzplatz , Bremse nicht berühren. Mit einer dicken Nase wollte sie in Heidelberg einen Regenschirm kaufen. Auf Nachfrage im Kaufhaus sagte der Verkäufer nur „erster Stock“. Wenn ich erst de Stock kaufen soll, antwortete Mariele,  brauch ich auch keinen Schirm, drehte sich um und fuhr nach Hause. Urlaubsgefühle weckten vor dem Hintergrund eines urlaubsträchtigen Bühnenbildes Nico Wagenblaß, Florian Gramlich, Hans Kraft und Jan- Sören Wipfler. Beim Thema „Die Fischerin vom Bodensee“, erklang auch der gleichnamige Erfolgshit, bei dem kräftig mitgesungen wurde.

Fast hatte man das Gefühl, einen Vertreter aus der Männergewerkschaft vor sich zu haben. Mit vielen faschingsbedingten Forderungen stand Michael Schneider als „Frauenversteher“ oder auch „Nichtversteher“  auf der Bühne, legte gleich los und meinte: „Dank Fassenacht kann ich jetzt  raus, mei Aldie bleibt heut schön zu Haus. Hier ist für mich die schönste Stätte, hier bin ich Mensch, hier darf ich redde“. Und Redebedarf hatte er genug, die Gleichberechtigung für den Mann war eine Hauptforderung, Schließlich gab er zu bedenken, „ Die Männer sind doch zweifelsohne – der Schöpfung meisterhafte Krone. Die Greeschte und die Fürschte, mit Körpern, welche Frauen dürschte“ und  „Zur Erhaltung der menschlichen Rasse – leischte die Männer oftmals ne Masse“. Die Anerkennung dieser Leistung wäre ein weiterer Fortschritt, trotz dem Kennen der alten Weisheit: „Schon vom Propheten ist bekannt, man gilt ja nichts im eigenen Land“. Die  Büttenrede  jedenfalls war Klasse, die Ovationen und  die „gezündete“ Rakete  dafür, mehr als verdient .  Auch eine Fassenacht ohne Oma ( Marianne Greulich)  und Enkel (Nico Wagenblaß) ist seit Jahren undenkbar. Beide Akteure stehen  auch im wahren Leben im gleichen Verwandtschaftsverhältnis, genau wie in der  Doppelbütt. Dort geht es um Geschichten, die durchaus authentisch sein könnten, vieles ist allerdings Kokolores. Ein gestörter Weihnachtsfrieden kann ja in jeder Familie vorkommen. In diesem Jahr ärgerte sich die  Oma über den Vater ihres Enkels, der schon leicht besäuselt mit den Worten „Frohe Weihnachten Schwiegermutter“ den Christbaum umarmte. Das Weihnachtsgeschenk ihres Mannes fand sie auch unglücklich gewählt: Sie wünschte sich ein Paar Sneakers in Größe 38, stattdessen gab es 38 Snickers-Riegel. In den Familienreigen einbezogen wurde beim Zwiegespräch auch Tante Sanche, die einen Arztbesuch hinter sich hatte. Meinte der Arzt: „Sie haben Übergewicht“. Sanche wollte gehen um eine zweite Meinung zu hören. Kann ich ihnen auch sagen entgegnete der Arzt: „ Und häßlich sind Sie auch“. Auch Enkel Nico hatte ein Erlebnis beim Wurstkauf, das ihm besonders peinlich war: Ohne Hintergedanken verlangte er beim Metzgermeister 1/4 Leberwurst, am liebsten von der kleinen, dicken. Darauf der Metzger: „ Das geht heute nicht, die ist in der Berufsschule“. Pausenlose Lachsalven begleiteten den gelungenen  Auftritt  mit einer Rakete zum Abschluss.
 
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Dann bog man musikalisch auf die Programm-Zielgerade ein. Mit einer Welt-Schlager-Reise in landestypischer Kleidung überzeugte wieder die „Junge Truppe“ um Paulina Ritz, Ricardo Mohr, Jan-Sören Wipfler, Lea Wagenblaß, Florian Gramlich, Carina Zwehn und Agathe Hellberg, einstudiert von Jutta Schmitt. Ein großartiges musikalische Finale, das die Emotionen nochmals in Wallung brachte. Aber nach Hause wollte noch lange niemand, zu gut die Stimmung an den Tischen und auf der Tanzfläche, die im Verlaufe des Nachmittags immer gut belegt war.   

Text: Paul Körner  Fotos: Hans Joachim Janik

Veröffentlicht am 17. Februar 2020, 08:14
Kurz URL: https://kraichgau-lokal.de/?p=299654 

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