Bürgerpreis 2021 – „Der Kraichgau ist eine Region des bürgerschaftlichen Engagements“

Bürgerpreis 2021 – „Der Kraichgau ist eine Region des bürgerschaftlichen Engagements“
Sparkasse Kraichgau zeichnete acht Personen und Vereine mit dem Bürgerpreis für vorbildliches freiwilliges Engagement aus

Gemeinsam mit den Kommunen, Bundes- und Landtagsabgeordneten der Region hat die Sparkasse Kraichgau den mit insgesamt 5.250 Euro dotierten Bürgerpreis für vorbildliches freiwilliges Engagement verliehen. Aus 42 Bewerbungen und Vorschlägen hat die Jury des
Bürgerpreises der Initiative „für mich. für uns. für alle.“ die Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt, die am 12. Oktober in der Sinsheimer Dr.-Sieber-Halle feierlich ausgezeichnet wurden.
„Ohne die Tatkraft ehrenamtlich engagierter Menschen, die sich in Sport- und Musikvereinen, in karitativen und sozialen Organisationen, in Kindergärten und Schulen einbringen, wäre unsere Gesellschaft um einiges ärmer“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Kraichgau Norbert Grießhaber im Beisein der Stadtoberhäupter von Bruchsal, Cornelia Petzold-Schick, Bretten, Martin Wolff, und Sinsheim, Jörg Albrecht, sowie zahlreicher Ehrengäste und Vertreter der Kommunen. Fast jeder zweite in Baden-Württemberg engagiere sich bürgerschaftlich in Vereinen und Organisationen für das Gemeinwohl. Damit sei auch der Kraichgau eine Region des bürgerschaftlichen Engagements – was nicht zuletzt auch die breite Resonanz auf den Bürgerpreis seit vielen Jahren spiegele. „Die vielen Freiwilligen machen den Kraichgau damit zu einer Region, die für alle lebenswert ist – ganz nach dem Motto unseres Bürgerpreises „Aktiv vor Ort – für eine lebendige Gesellschaft“, so Grießhaber. „Mit der Verleihung des Bürgerpreises wollen wir stellvertretend auf alle Menschen aufmerksam machen, die sich in vielfältigster Art und Weise ehrenamtlich einbringen und ihnen allen danke sagen“, stellte Grießhaber heraus.
Ein besonderes Augenmerk lag beim 17. Bürgerpreis auf dem Aspekt der Nachhaltigkeit. „Wo immer Menschen sich mit neuen Lebensstilen beschäftigen, ihr Konsumverhalten überdenken, innovative Konzepte in die Tat umsetzen, sorgen sie für eine nachhaltige
Gesellschaft und damit für eine lebenswerte Zukunft“, betonte Grießhaber.
Die Preisträgerinnen und Preisträger 2021 im Überblick
Der Bürgerpreis 2019 wurde in drei Kategorien verliehen. Bei der Kategorie U21 stehen Bewerber bis 21 Jahre im Fokus. Die Kategorie Alltagshelden richtet sich an vorbildlich engagierte Personen und Projekte ab dem Lebensalter von 22 Jahren. Der Preis für das 
Lebenswerk würdigt Menschen, die sich schon seit mindestens 25 Jahren ehrenamtlich einsetzen.
Kurzporträts der Preisträgerinnen und Preisträger 2021
Jacqueline König, Karlsdorf

Jacqueline König versucht in ihrem Privatleben wie auch bei den Pfadfindern nachhaltig aktiv zu sein, indem sie sich mit Hochbeeten und Hühnern selbst versorgt. Sie gibt ihr Wissen weiter, züchtet ihre eigenen Bienen und arbeitet so natürlich wie möglich. Bei den Pfadfindern ist sie seit dem Kindesalter aktiv. Als Gruppenleiterin einer Jugendgruppe und Stammesführerin bildet sie Kinder zu Pfadfindern aus, plant viele Aktionen und bringt ihr Interesse für nachhaltigen Themen ein. Zwei Tage nach der Flutkatastrophe in Bad Neuenahr hat sie eine Material- und Spendenaktion gestartet und vor Ort beim Aufräumen geholfen. Zukünftig will sie weiterhin in ihrem Ehrenamt wirken und dadurch Kinder und Jugendliche in ihrem Leben begleiten und ihre Liebe zur Natur und deren Rettung weitergeben.
Jana Freis, Bretten

Jana Freis ist seit November 2014 Mitglied des Jugendgemeinderates der Stadt Bretten, bis 2017 als stellvertretende Sprecherin und bis heute Vorsitzende. Unter ihrer Leitung wurde ein Jugendgemeinderat eingeführt. Sie hat sich in den sieben Jahren für die Belange der
Jugendlichen in Bretten engagiert und immer wieder neue Projekte angestoßen und deren Umsetzung vorangetrieben. Sie hat alle Aktivitäten des Jugendgemeinderates begleitet, hat sich bei den Jugendtreffen der Partnerstädte eingebracht und ist immer bereit, bei Aktionen der Stadt mitzuwirken. Seit 2021 ist sie im Vorstand des Dachverbands der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg e. V. als Vorsitzende für Externes aktiv. So bringt sie Jugendlichen die Kommunal- und Landespolitik näher. Sie leitet und organisiert das
Dachverbandstreffen und verschiedene Workshops. Außerdem arbeitet sie auch beim Demokratiezentrum in einer Meldestelle für Hate Speech mit, bei der der Fokus auf Antisemitismus liegt.
Armin Springer, TV Bretten

Armin Springer ist seit seiner Jugend ehrenamtlich für den TV Bretten aktiv. Auch in anderen Vereinen arbeitet er aktiv mit. Beim Zeltlager auf Baltrum war er früher als Betreuer dabei und übernahm später die Leitung. Jedes Jahr nehmen an dieser Freizeit zwischen 50 bis 85 Kinder und Jugendliche sowie bis zu 20 Betreuer teil. Springer kümmert sich um die komplette Organisation: Busfahrt, Fähre, Küchenteam, Essen, Betreuer, Ausflüge. 2020 hat er es sogar während der Pandemie geschafft, über 80 Kindern eine Freizeit auf Sylt zu ermöglichen. Seit vielen Jahren ist er als Übungsleiter in der Skischule aktiv. Seit 2013 ist er stellvertretender Vorsitzender des TV Bretten. Er ist sich für keinen Arbeitseinsatz zu schade, vor allem bei handwerklichen Tätigkeiten ist er immer da, wenn er gebraucht wird. Alleine bei der Renovierung der Geschäftsstelle war er 150 Stunden ehrenamtlich im Einsatz.
Stefan Müller, Waldangelloch Aktive e.V.

Stefan Müller hat sich ehrenamtlich als Stadtteilgruppenleiter engagiert. Das Ziel war die Schaffung einer zentralen, barrierefreien Begegnungsstätte im Sinsheimer Stadtteil Waldangelloch. Dort können sich die Bürger generationenübergreifend ungezwungen treffen, reden und in verschiedenen Gruppen aktiv werden. Um diesen „Dorftreff“ zu planen, einzurichten und zu betreiben, gründete Müller 2019 mit den Mitgliedern der Stadtteilgruppe innerhalb von acht Wochen den gemeinnützigen Verein Waldangelloch Aktiv e. V. Dort gibt es mittlerweile viele Angebote, die zunehmend von den Bürgern des Stadtteils genutzt werden, u. a. Nähkreis, Sport-Gruppen, Holzwerkstatt und Spieleabende. Auch Ortschaftsrat, Sozialstation, VHS und andere nutzen den neuen Dorftreff. Viele weitere Aktivitäten sind geplant.
Der TSG hilft e. V.

 … wurde von Karl Denz und sechs Mitstreitern als ein Zeichen der Solidarität und der Hilfsbereitschaft gegründet, damit die Menschen und die Vereine der Region besser durch die Corona-Krise kommen. Nach wie vor sind Solidarität und Zusammenhalt gefragt, denn insbesondere finanziell wird diese Krise die Vereine noch eine Weile begleiten. Bereits innerhalb eines Jahres gingen an über 250 Vereine schnell und unbürokratisch über 950.000 Euro an Spenden ein. Viele Vereine nutzten die Corona-Krise auch kreativ. Mit großem Engagement haben sie Projekte, Aktionen und Maßnahmen entwickelt, mit denen sie ihre Vereine fit für die Zukunft machen wollen. Um dieses Engagement zu unterstützen, fördert der TSG hilft e. V. diese Ideen mit insgesamt 100.000 Euro. Auch weiterhin wird es
diese einmalige Unterstützung für Vereine geben, die unverschuldet durch die Pandemie in finanzielle Not geraten sind.
Vivien Karcher, Kronau

Vivien Karcher ist engagiert in der Initiative der „Foodsaver“ gegen Lebensmittelverschwendung. Ziel der Initiative ist es, überproduzierte oder nicht gewollte Lebensmittel vor dem Müll zu retten und sie stattdessen unentgeltlich an Bedürftige und Organisationen zu verteilen. Mithilfe von Vivien Karcher wurde in Kronau der erste „FairTeiler“ gestartet. Darin erfolgt der kostenlose Austausch von Lebensmitteln.
Mittlerweile ist die junge Frau verantwortlich für die Kooperationen mit Betrieben. Außerdem koordiniert sie die weiteren Engagierten und sorgt für die Sauberhaltung des „FairTeilers“. Sie hat maßgeblich zum Erfolg des Projekts beigetragen und motiviert durch ihr Engagement andere, sich für Nachhaltigkeit einzusetzen.
Bürgerbus Bad Rappenau

Seit 01.06.2018 betreibt der Verein einen kostenlosen ehrenamtlichen Bürgerbusbetrieb in Bad Rappenau. Er fährt samstags durch die Kernstadt im Linientakt. Die Fahrgäste sind Kurgäste und Einwohner, die zum Einkaufen gefahren werden möchten. Hierzu hat der
Verein ein eigenes Fahrzeug angeschafft. Aufgrund der Corona-Krise musste der Linienfahrbetrieb im Herbst 2020 eingestellt werden. Aber seit Februar 2021 fährt der Bürgerbus kostenlos Einwohner aus Bad Rappenau zu den Impfzentren bzw. zum Hausarzt.
In der Zwischenzeit wurden bereits über 100 Impfwillige zum Impfen fahren. Insgesamt wurden seit 2018 über 3.000 Fahrgäste befördert.
Günther Kolb, Obst- und Gartenbauverein Heidelsheim

Günther Kolb ist Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Heidelsheim, Vorsitzender des Bezirks- Obst- und Gartenbauvereins Bruchsal, Fachwart für Obst und Garten, Streuobstpädagoge und setzt sich in vorbildlicher Weise für den Naturschutz sowie für
Kinder- und Jugendarbeit ein. Als Kooperationspartner der Dietrich-Bonhoeffer-Schule begeistert er Grundschulkinder und bringt sich zusammen mit seinem Verein im Jahresverlauf ein. Er hat eine Arbeitsgemeinschaft organisiert und geht wöchentlich mit den
Kindern in die Natur und bringt ihnen so die Umwelt nahe, pflanzt symbolisch einen Baum, pflegt Streuobstwiesen, sammelt mit ihnen Obst ein, das an der Schule händisch ausgepresst und zusammen getrunken wird. Weitere Projekte sind in Planung.
Natürlich wurde diese Preisverleihung entsprechend Musikalisch festlich umrahmt …

Ohne ehrenamtliches Engagement wäre unsere Gesellschaft „handlungsunfähig“! Das muss an dieser Stelle bemerkt werden.
Das sollten sich, nicht nur die gesetzgebenden Organe, ganz nachhaltig auf der Zunge zergehen lassen!
Von UNS ein herzliches DANKESCHÖN!

© Kraichgau-Lokal Medien 2021

Veröffentlicht am 15. Oktober 2021, 08:41
Kurz URL: https://kraichgau-lokal.de/?p=321740 

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