Nach dem Dielheimer Herbst gleich zur KERWE-Eröffnung in Dielheim …

KERWE-Eröffnung in Dielheim …

… alles bereit machen zur Hako – Rundfahrt …

„Zwölf Uhr mittags“ oder „High Noon“ auf neudeutsch am gestrigen Samstag in Dielheim. Es war ein Gewimmel und Gewusel in der Ortsmitte der Weinbaugemeinde rund um den Rathaus- und Dorfplatz. Vor allen Dingen von fleißigen Helfern der örtlichen Vereine, die letzte Hand an ihren Zelten und Ausschankständen anlegten, um für den Besucherandrang am frühen Abend gerüstet zu sein. Da passten die Damen und Herren, die zum Schlag der Zwölf-Uhr-Glocke in Frack und Zylinder vor dem  Rathaus-Nebengebäude auftauchten, so gar nicht ins Gesamtbild des frühen Tages. Als dann auch noch der letzte HAKO-Fahrer mit seinem bunt geschmückten Gefährt eintraf, war jedem im Ort klar: „En Diele isch es nun soweit, es beginnt die Kerwezeit.“ Und diese beginnt schon traditionell mit der berühmt berüchtigten HAKO-Rundfahrt durch die Straßen der Leimbachtalgemeinde.

Sehr zur Freude vieler Ortsbewohner, welche den Konvoi schon sehnsüchtig erwarteten, um dem rollenden Kerwekomitee mit Speis und Trank ihre Aufwartung zu machen. Rekordverdächtig in diesem Jahr die vielen „Tankstellen“ (11), die zu besuchen waren. Ein besonderes Spektakel, bei dem nicht nur gegessen und getrunken, sondern auch viel gesungen wird, wie es in der sangesfreudigen Gemeinde üblich ist. Immer wieder zu hören das „Dielemer Howe-Lied & das Badner Lied“, als musikalisches Zeichen der Heimatverbundenheit.

Da ging jedem Dielemer das Herz auf, einem brannten sogar die Gäule durch. Dieser landete ob gewollt oder ungewollt im Pool eines Gastgebers. 
Bei der offiziellen Eröffnung um 18.00 Uhr auf dem Dorfplatz war er dann wieder gesehen. Dort, wo sich zwischenzeitlich eine große Menschenmenge eingefunden hatte, um der Eröffnungszeremonie beizuwohnen. In den letzten Minuten seiner „Amtszeit“ hatte Bürgermeister Glasbrenner die Gelegenheit, das Kerwevolk zu begrüßen. Einen herzlichen Willkommensgruß entbot er auch einer achtköpfigen Delegation aus der ungarischen Partnerstadt Lengyeltoti, die den weiten Anfahrtsweg nicht scheuten. Ganz aus der Nähe kamen die Malscher Bürgermeisterin Sybille Würfel in Begleitung ihres Gatten, der Meckesheimer Bürgermeisterstellvertreter Hans-Walter Sonnentag und der künftige Zuzenhausener Bürgermeister Hagen Zuber. Gerne begrüßte das Dielheimer Ortsoberhaupt auch seinen Amtsvorgänger Hans-Dieter Weis mit Gattin und die drei Dielheimer Ehrenbürger, Bürgermeister a.D. Bruno Gärtner, Pfr. Heribert Leider, Frau Melitta Grün. Mit einem Dank an die Festorganisatoren und an die Bewohner der Ortsmitte für ihre Toleranz gegenüber dem Fest der Feste, schloss Glasbrenner.  Schnell wurde sein „Nachfolger“, zumindest über die drei Kewertage gefunden. Nico Wagenblaß, einstimmig vorgeschlagen und auch so vom Kewekomitee gewählt, heißt der neue Kerwebürgermeister, der gleich einen souveränen Eindruck hinterließ und die ungarischen Gäste in deren Landessprache begrüßte. Seine zweite Amtshandlung galt weiteren Personen, die sich um die Kerweorganisation verdient gemacht haben. Allen voran Frau Sibilla Friedrich, Marius Neidig, Stefan Ritz und Jan-Sören Wipfler, deren persönlicher Einsatz mit einem Präsent gewürdigt wurde.
Der Musikverein Dielheim umrahmte die Zeremonie mit bekannten Weisen und animierte die Anwesenden zum Mitsingen und Mitklatschen. Beim nachfolgenden „Kerwegelöbnis“ versprach das Kerwekomitee dem neuen Regenten, die Kerweschlumpel über die nächsten Kerwetagen zu begleiten und zu beschützen, sie zu lieben und zu behüten, damit sie am Ende ihrer Tage in den Himmel einfahren könne. Weiterhin gelobten die Damen und Herren in Frack und Zylinder, alle Zelte zu besuchen, um dort Speis’ und Trank zu verkosten und keine vollen Gläser stehen zu lassen. Nach diesem abgelegten Eid bat Kerwepfarrer Holger Warzecha zur Schlumpeltaufe und den Pfedderisch (Pate) Torsten Schmitt vom MGV Konkordia um den Namen der „Neubürgerin“. „Cantalina“ soll ihr Name sein, so der Patenonkel, stammend aus der Kreativwerkstatt „CantaDiele“ und dem Geschlecht der Konkordia. Schnell war der Geist des „Dielheimer Teufelkopfs“ über sie gegossen in der Hoffnung, dass der Weingeist über alle Kerwegäste kommen möge, um die drei Kerwetage standfest zu überstehen. Dann war Nico Wagenblaß selbst an der Reihe. Mit seiner gekonnt vorgetragenen Kerwerede eroberte der Kerweschultes die Herzen der Zuhörer im Nu. Er verkündete lauthals das neue Kerwemotto „Dielheimer Howekerwe“. Unverwechselbar soll sie künftig mit der neuen Namensgebung sein, denn die Dielheimer kennt man schließlich landauf und landab nur als Howe.
 
In früheren Zeiten benutzten die Einheimischen die Hob’ als Allzweckwerkzeug in Feld und Flur, sogar Holzspälter wurden damit aus dem Wald gezogen. So bekamen die Benutzer dieses Werkzeuges den Namen „Howe“, der sie bis heute begleitet. In einem Satz zusammengefasst, „der Hob’ benutzte die Hob’ und in der Mehrzahl hießen die Benutzer „Howe“. So einfach, wie das Arbeitsgerät selbst, kann ein Erklärungsversuch sein. Die weitere Rede war gespickt mit Ereignissen und Begebenheiten im örtlichen Umfeld, von ihm ins rechte Licht gerückt und wo es sein mußte, mit Tadel nicht gespart. Lobende Worte gab es für den frisch angelegten Verkehrskreisel in Richtung Rauenberg und die Leimbachgestaltung riefen in ihm Entzücken hervor. Froh war er auch, wie viele Autofahrer, über die Teilfertigstellung der Autobahnunterführung.
Weniger froh darüber die Anwohner der Hauptstraße, wo auch das Rathaus steht. Auch die Rathäusler waren darüber empört, weil der Autolärm jetzt wieder den Nachmittagsschlaf stört, so der Kerweredner. Vom Rathausausflug nach Ludwigsburg berichtete er frei, waren die Rathäusler fit und alle dabei. Das mitgebrachte Frühstück verkündet er glatt, fand auf dem  Schlossparkplatz statt. Zwei ranghohe Beamten hat es dort so gut gefallen, es ist net übertrieben, die sin bis zur abendlichen Heimfahrt ohne Pause dort sitzen geblieben.   Nach Hause gingen auch die Kerwebesucher am Samstag noch lange nicht. Im Gegenteil, der Besucherandrang steigerte sich mit Einbruch der Dunkelheit zusehends. Man wollte einfach feiern und die Band „New Band in Town“ war der Garant für ausgelassene Stimmung, trotz der eher kühlen Temperaturen in der Nacht. 
Weiter geht es am heutigen Sonntagnachmittag mit dem traditionellen Umzug, bei strahlendem Sonnenschein und verkaufsoffenen Geschäften. Bleibt uns nur zu sagen – herzliche Einladung bei der ultimativen „Wein und Spezialitäten-Kerwe“ in Dielheim! Viel Spaß, gute Unterhaltung und … bleiben Sie gesund! Nächster Bericht … Morgen! 

Das wünscht Ihnen Hans Joachim Janik und Kraichgau-lokal.de 

Veröffentlicht am 30. September 2018, 11:51
Kurz URL: http://kraichgau-lokal.de/?p=269044 

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