Lesung: Gudrun Gloth : Ich dachte das sei mein Ende…

Gudrun Gloth – Zeitzeugin der Kriegswirren – liest aus ihrem Buch …

(hjj) … und nicht nur lesen, Gudrun Gloth erzählt auch erlebte Geschichten, sehr anschaulich und zugleich spannend, u.a. nach Interviews mit Persönlichkeiten aus dieser Zeit, Politikern, Schauspielern und Größen aus der Wirtschaft, die noch heute in aller Munde sind. 1931 in Karlsruhe geboren, in den jungen Jahren in unseren Breiten, Dielheim, Rauenberg und Wiesloch gelebt, und über 50 Jahre erfolgreich als Journalistin gearbeitet, machte in Karlsruhe das Abitur, erhielt Gudrun Gloth den Scheffelpreis für besondere Leistungen in deutscher Sprache und arbeitete 1o Jahre erfolgreich als Chefredakteurin des Filmjournals und der Film-Revue, danach als freie Journalistin. Sie verfasste auch die Memoiren deutscher Nachkriegs-Schauspielergrößen wie Gustav Knuth und Hans Söhnker.

Der Arbeitskreis Asyl Dielheim hatte Gudrun Gloth eingeladen, um aus ihrem Buch „Ich dachte, das sei mein Ende …“ zu lesen und über die Wirren von Krieg, Grauen, Elend und Vertreibung zu berichten, von ihrer Sicht, damals in Dielheim lebend und aus der Sicht Prominenter, die sie im Laufe ihres Lebens dazu befragt hat. Unter anderem Richard von Weizsäcker, Claus Biederstaedt, Dieter Borsche, Günter Pfitzmann (Praxis Bülowbogen) und Beate Uhse (!). Im Dielheimer Pfarrsaal begrüßte Andreas Widder, die Autorin sowie die zahlreich erschienenen Besucher, meist älterer Generation, welche diese Erlebnisse teilen konnten, so auch eine Dame aus Alt-Wiesloch, die genau diese Szenerie vor unseren Toren vor 70 Jahren erlebt hat. Die Lesung dauerte eine Stunde, die wie im Fluge verging. Die anschliessende Stunde war dann eine Aufarbeitung und Fragestunde zugleich und für mich besonders interessant und aufschlußreich, da ich nur von meinen Eltern die Überlieferung erfahren hatte, die auch aus ihrer Heimat vertrieben wurden.

Man hatte etwas zu Trinken bereit gestellt, und das Buch, um das es an diesem Abend auszugsweise ging, konnte man natürlich auch erwerben. Schade, dass nur sehr wenig aus unsere Gegend zur Sprache kam, sicher den „etwas ruhigeren Gefilden“ geschuldet. Jedenfalls wurde die ganze Bandbreite, Konzentrationslager und Verfolgung der „Nicht-Arier“, die Besetzung von der „Roten Armee“ und die „Befreiung durch die restlichen Alleierten“ gegenständlich – auch kleine Anekdoten aus der Besatzungszeit  durch die Franzosen – schon eine kleine Geschichtsstunde.

Mein Rat: Das Buch gibt es zu kaufen erschienen im Herbig -Verlag – 22,- € !!!

Fazit: ein interessanter informativer Abend, der zum Nachdenken veranlasst oder auch zum „Der Jugend erzählen“! 

 Text und Fotos: Hans-Joachim Janik  kraichgau-lokal.de

Veröffentlicht am 11. März 2017, 07:57
Kurz URL: http://kraichgau-lokal.de/?p=206864 

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