Dielheimer Herbst – Kultur „Theater im Bahnhof“ – NOVECENTO

Dielheimer Herbst – Kultur „Theater im Bahnhof“ – NOVECENTO

(hjj) Premiere im „Theater im Bahnhof“ in Dielheim, „Die Legende vom Ozeanpinaisten“, geschrieben von einem Zeitgenossen aus dem italienischen Turin, Alessandro Baricco, geboren 1958, bekannt und mit mehreren Preisen ausgezeichneter Autor. Erzählt, gespielt und in Szene gesetzt vom überregional bekannten Friedrich E. Becht, einem lebenden Inventar des Theater im Bahnhof. Sicher keine leichte Aufgabe, diesen Monolog so zu reproduzieren, dass dem Publikum keine Eintönigkeit und Langeweile aufkommen lässt! Philosophie gepaart mit musikalischen Einspielungen, dabei doch verständlich erzählt ist eine besonder Kunst.

Friedrich E. Becht

Zum Stück selbst: 

„Tim Tooney erzählt die Geschichte der fiktiven Hauptperson Danny Boodman T.D. Lemon Novecento, der am 1. Januar 1900 als Säugling auf dem Passagierschiff Virginian herrenlos aufgefunden wird. Seine Eltern, offenbar arme Auswanderer, haben ihn in einer Pappschachtel für Zitronen auf dem Pianodes Ballsaals hinterlassen. Danny Boodman, ein schwarzer Maschinist, findet das Kind und zieht es groß. Zusätzlich zu seinem eigenen Namen erhält das Kind in Anlehnung an die Beschriftung der Zitronen-Pappschachtel den Namen T.D. Lemon und wegen des Fundzeitpunkts außerdem den Namen Novecento.
Nach dem Tod Dannys scheint Novecento wie verschwunden, taucht jedoch eines Tages als jugendliches Klaviertalent wieder auf und unterhält von da an die Passagiere aller Klassen mit seinem genialen Klavierspiel zwischen Volksmusik und Jazz.

„Novecento“

Novecento weigert sich stetig, das zu seinem Zuhause gewordene Schiff zu verlassen. Die Rundreisen der Virginian machen ihn als Ozeanpianistenweltberühmt, was den selbst ernannten „Erfinder des Jazz“, den amerikanischen Pianisten Jelly Roll Morton herausfordert, ein Klavier-„Duell“ gegen Novecento zu eröffnen, welches Morton jedoch verliert. Doch Novecento weigert sich auch trotz seines nun weiter gestiegenen Ruhmes immer noch, das Schiff zu verlassen.
Der beste Freund Novecentos, der Trompeter Tim Tooney, der die meiste Zeit die Geschichte Novecentos erzählt, verlässt in den 30er Jahren das Schiff und verliert Novecento aus den Augen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfährt Tim jedoch, dass die Virginian in Plymouth verschrottet werden soll. An Bord des dem Untergang geweihten Schiffes findet Tim seinen alten Freund, der sich nun völlig zurückgezogen hat. Doch auch jetzt möchte er das Schiff nicht verlassen, da er – wie man nun erfährt – mit der „unendlichen“ Welt nicht zurechtkommt und ihm seine räumlich klar begrenzte und vertraute Umgebung lieber ist. Die Virginian wird gesprengt werden, und Novecento möchte mit ihr untergehen; er stellt sich vor, wie er im Himmel ankommt und aufgrund seiner „inoffiziellen“ Existenz Schwierigkeiten bekommt, Einlass zu finden. Tim appelliert ein letztes Mal an Novecento, das Schiff zu verlassen, und geht ab. “ (Auszug aus WIKIPEDIA)


Die Bühne des kleinen Theaters im Bahnhof war einfach aber treffend „dekoriert“. Novecento, stilisiert durch eine kleine „Marionette“ (von Petra Kirsch) gab stets den visuellen Bezug zu der Erzählung. Friedrich E. Becht durch hervorragende Mimik und Gestik überzeugte mit der Dynamik seiner Stimme und gab so dem Abend einen unterhaltsamen Charakter.

Mit einigen Impressionen wollen wir ein kleines Stimmungsbild schaffen …
Heute Abend 18.00 Uhr wird die zweite Vorstellung sein. Es gibt noch Karten an der Abendkasse oder auf Vorbestellung. Wer Theater, Stück oder den Darsteller nicht kennt, hat heute die Gelegenheit dazu.  

Text & Fotos: HJJ

Veröffentlicht am 23. September 2018, 10:58
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